Freibäder bleiben länger offen – nur nicht das Totobad

Die Stadtwerke reagieren auf das gute Spätsommerwetter und lassen die Freibäder länger geöffnet. Nur das Totobad schließt planmäßig am Sonntag seine Tore und öffnet sie eine Woche später nur für das Hundeschwimmen.

Für die Meteorologen hat der Herbst angefangen. "Die hohen Temperaturen laden aber nach wie vor zu einem Freibadbesuch ein. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Freibadsaison zu verlängern", teilte die Geschäftsführerin der Stadtwerke Saarbrücken Bäder, Gabriele Scharenberg-Fischer, mit.

Das Freibad in Fechingen wird noch bis 11. September und das Freibad in Dudweiler wird bis 16. September von 9 bis 20 Uhr geöffnet bleiben. Auch in Altenkessel steht den Freiluftschwimmern weiter das Außenbecken zur Verfügung. Hier gelten allerdings schon die Herbst- und Winteröffnungszeiten.

Das größte Freibad, das Totobad, schließt dagegen nach ihren Angaben wie geplant am 4. September und öffnet nur noch einmal am 10. und 11. September von 10 bis 17 Uhr für das beliebte Hundeschwimmen. Danach müsse sich das große Traditionsbad einer umfangreichen Revision seiner Technik unterziehen.

Warum aber wird ausgerechnet das beliebte Totobad nicht länger geöffnet? Scharenberg-Fischer erklärt: "Das Totobad ist das teuerste im Unterhalt . Aber wir müssen die Kosten im Griff behalten." Nächstes Jahr werde dafür ein anderes Bad früher geschlossen. Scharenberg-Fischer behauptet außerdem, das Totobad sei gar nicht das beliebteste Freibad.

Bei den Saarbrückern liege das Fechinger Bad in der Gunst ganz vorne - gerade bei Familien mit Kindern. Dagegen gingen besonders viele Franzosen ins Totobad. In einer Presseerklärung argumentiert Scharenberg-Fischer: "Schon jetzt können wir im Durchschnitt täglich nur noch 500 Gäste pro Freibad verzeichnen. Das liegt sicher auch daran, dass die Ferien beendet sind."

Das Hallenbad Dudweiler öffnet nach den Reparaturen am 17. September zu den gewohnten Zeiten.

Meinung:

Sensationelle Enthüllungen

Von SZ-Redakteur Jörg Laskowski

Man höre und staune. Die Stadtwerke haben festgestellt: "Das Totobad ist das teuerste im Unterhalt ." "Ach was!" - hätte Loriot dazu bemerkt. Was war doch gleich beim 60 000 Euro teuren Bädergutachten von 2013 herausgekommen? Ja richtig: Das Totobad ist das wirtschaftlichste Bad in Saarbrücken - dahinter liegen in dieser Reihenfolge: Fechingen, Dudobad, Alsbachbad und Dudweiler Freibad (am teuersten mit den wenigsten Gästen). Was haben die Stadtwerke noch festgestellt? Das Totobad ist gar nicht das beliebteste Saarbrücker Freibad. Wieder meldet sich Loriot : Ach was! Noch letzte Woche ließen uns die Stadtwerke wissen, dass allein am Donnerstag, 25. August, rund 11 000 Menschen in die Bäder drängten. Knapp 6000 davon wollten unbedingt ins Totobad. Dort waren also über den Daumen gepeilt etwa dreimal so viele Menschen wie in jedem der drei anderen Bäder. Wie kommen die Stadtwerke zu ihrer Wertung? Die Saarbrücker jedenfalls stimmen mit den Badelatschen ab.