„Frauenquote öffnet Türen“

Für die Frauenquote hat Ursula von der Leyen gestern in Merzig geworben. Begleitet von Bundesumweltminister Peter Altmaier war die Ministerin für Arbeit und Soziales Gast des CDU-Kreisverbandes.

Ein Entgegenkommen der Bundesministerin für Arbeit und Soziales und des Bundesumweltministers scheint nicht möglich. Zu der Erkenntnis kommt Peter Altmaier gestern nach einem Frühstück mit Ursula von der Leyen im Merziger Hotel Roemer. "Mein Teller ist leer, Deiner ist noch nicht angerührt. Wie sollen wir uns da annähern?", meint er und hat die Lacher auf seiner Seite. Der CDU-Kreisverband hatte die beiden Bundespolitiker eingeladen - zu einem Dialog mit Unternehmerinnen, Frauen in Führungspositionen - und interessierten Herren. Viele Fragen brennen den Zuhörern unter den Nägeln - unter anderem zum Mindestlohn. "Es muss Mindestlöhne in Deutschland geben", lautet die Antwort der Bundesministerin. Die Verhandlungen sollen nach ihrer Ansicht Gewerkschaften und Arbeitgeber aushandeln: "Das sind die Experten." Im Gegensatz zur Opposition wolle die Regierungskoalition nicht im Parlament einen Mindestlohn bestimmen. Leidenschaftlich plädiert die Politikerin für die Frauenquote. Freiwillig hätten große Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren kaum etwas getan. Politisch dagegen ist nach ihrer Aussage viel passiert, was Frauen einen Job in Spitzenpositionen ermöglicht: "Das Elterngeld wurde eingeführt, das Kita-Angebot ausgebaut, der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz eingeführt." Dennoch würde in der Wirtschaft noch immer zu wenig passieren. "Durch die Frauenquote von 30 Prozent bis 2020 verändert sich endlich etwas. Wer von den großen Unternehmen sich jetzt bemüht, bekommt die besten Bewerberinnen. Die Quote öffnet Türen - auch für kompetente Männer." In Peter Altmaier habe sie dabei einen heimlichen Unterstützer, verrät sie zudem. Von der Leyen wirbt für einen weiteren Ausbau von Kindertagesstätten und Ganztagsschulen. Gute Betreuung garantiere, dass sich junge Familien ansiedeln.