Frauenpower hilft bei der Integration

Frauen, die bereits gute Kontakte haben, helfen Einwanderinnen bei der Jobsuche. Das ist die Idee hinter dem Verein MiNET Saar. Und es funktioniert, sagt die Präsidentin Annette Keinhorst.

13 500 Euro hatte der "Club Soroptimist International Saarlouis" vor wenigen Wochen zu vergeben. Jedes Jahr verkauft der Verein Adventskalender für eine gute Sache. Der Erlös kommt dann unterschiedlichen wohltätigen Zwecken zugute. Dieses Mal übergab der Verein das Geld an Annette Keinhorst, Leiterin des Mentoring-Netzwerks für Migrantinnen, in der FrauenGenderBibliothek in Saarbrücken . Vor fünf Jahren wurde die Initiative unter dem Namen MiNET Saar gegründet. Ziel des Vereins ist es, Migrantinnen aus aller Welt im Saarland zu unterstützen.

Besonders oft gehe es darum, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. "Sehr viele Frauen mit Migrationshintergrund sind sehr gut ausgebildet", sagt Annette Keinhorst. Jedoch fehlten ihnen die Kontakte, um einen Einstieg zu finden, auch wegen der Sprachbarriere. Doch gerade im Saarland seien Beziehungen ungemein wichtig bei der Jobsuche.

Deswegen werde auch besonders viel Wert darauf gelegt, dass die Mentorinnen über ein Netzwerk verfügen. Sie sollten deshalb möglichst berufstätig sein. Die Mentorinnen müssen nicht zwangsläufig deutscher Herkunft sein, erklärt Keinhorst, die Präsidentin des Vereins. Gut integrierte Migrantinnen arbeiteten bei dem Projekt ebenfalls schon als Mentorin mit. Sie kommen unter anderem aus Frankreich, der Türkei oder Kenia.

Die Chemie muss stimmen



MiNET Saar setzt auf Zweier-Paare, die nach ähnlichen Hobbys und Interessen zusammengestellt werden. Wenn die Chemie stimmt, sei es deutlich einfacher für die Migrantinnen, sich auf die Mentorinnen einzulassen, sagt Keinhorst, gerade weil viele auch sehr schüchtern sind.

Sind beide Frauen zufrieden mit der ihnen vermittelten Partnerin, dann werden in einer Vereinbarung die Ziele formuliert, die im nächsten Jahr zusammen erreicht werden sollen. Beide Parteien verpflichten sich darin, sich über ein Jahr zwei- bis dreimal im Monat zu treffen und auf die Ziele hinzuarbeiten. Zur Unterstützung gibt MiNET Saar Handbücher mit Regeln und Tipps aus, sowohl für die Mentorinnen als auch die Einwanderinnen. Die Mentorinnen werden vorher in Workshops geschult. Und auch den so genannten "Mentees" wird in Seminaren weitere Unterstützung bei der Arbeitssuche angeboten. Momentan sind etwa 80 Frauen in dem Projekt aktiv, davon 40 Mentorinnen und Migrantinnen. Dazu kommen beratende Expertinnen. Einige Mentorinnen und Einwanderinnen sind schon im dritten oder vierten Jahr dabei, weil sie mit den Ergebnissen sehr zufrieden waren.

So kann MiNET Saar auch einige Erfolgsgeschichten vorweisen. Zum Beispiel die einer iranischen Soziologin, die mittlerweile selbstständig als Immobilienmaklerin arbeitet.

Die gespendeten 13 500 Euro sind nun eingeplant für die Veranstaltung eines öffentlichen Fachtags in der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes am 7. Oktober. Thema wird das Mentoring von Migrantinnen sein. Mithilfe der Spende sollen noch mehr Erfolgsgeschichten geschrieben werden.