„Frauen müssen weiter nach oben”

Stadtrat stimmt dem Frauenförderplan zu. Die Verwaltung hofft, dass die Zahl der weiblichen Führungskräfte steigt.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat in der Sitzung des Saarbrücker Stadtrates am Dienstagabend den neuen Frauenförderplan vorgestellt. Gleichzeitig erläuterte die Frauenbeauftragte Petra Messinger, auf welchem Stand die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Verwaltung ist. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD): "Wir freuen uns sehr über die großen Fortschritte, die unsere Verwaltung in Sachen Gleichberechtigung macht." Petra Messinger ergänzt: "Wir waren die Ersten im Saarland, die einen Frauenförderplan hatten und konsequent umsetzten, lange bevor uns ein Landesgleichstellungsgesetz dazu verpflichtete." Britz sagte, dies zahle sich heute aus, denn die Stadt habe inzwischen einen Frauenanteil von insgesamt 56 Prozent. Auf der oberen Leitungsebene seien 35 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt.

Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es Fortschritte, teilt die Verwaltung mit. Der Anteil der Männer, die familiäre Verantwortung übernehmen und Arbeitszeit reduzieren, sei gestiegen. "Das ist besonders im Hinblick auf eine ausgeglichene Rollenverteilung sehr erfreulich und weist in die richtige Richtung", meint Britz. Sie räumt aber auch Handlungsbedarf ein. "Frauen müssen weiter nach oben. Auch wenn 35 Prozent Frauenquote in Führungspositionen ein guter Wert ist - unser Ziel ist erst erreicht, wenn wir gleich viele Frauen und Männer in Leitungsfunktionen haben."

In den technischen Bereichen gebe es ebenfalls Nachholbedarf. Die Verwaltung freue sich daher über mehr Bewerbungen von geeigneten Kandidatinnen.

Die Frauenbeauftragte Petra Messinger stellte im Stadtrat die konkreten Zielvorgaben des Frauenförderplanes vor, unter anderem in den politischen Gremien. Sie mahnte eine paritätische Besetzung des Saarbrücker Stadtrates mit Frauen und Männern an. "Wir haben im Saarbrücker Stadtrat 38 Prozent Frauen. Da ist noch Luft nach oben. Jede Fraktion kann in ihren eigenen Reihen dazu beitragen, die Ungleichheiten weiter auszugleichen", sagte Messinger.

Weitere Informationen: Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken, Frauenbeauftragte Petra Messinger, Telefon (0681) 905-1649, E-Mail: frauenbuero@saarbruecken.de

www.frauenbuero .

Die Saarbrücker Frauenbeauftragte Petra Messinger. Archivfoto: Maurer

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