Fraktionen wollen Direktwahl der Landräte beibehalten

Der Vorstoß der Linken, die Direktwahl der Landräte im Saarland abzuschaffen, stößt bei allen anderen Fraktionen im Landtag auf Ablehnung. Begründet hatte die Linke ihre Forderung unter anderem mit der geringen Wahlbeteiligung bei den Landratswahlen in Neunkirchen.

Dort waren nur 26 Prozent der Wahlbeteiligten an die Urnen gegangen.

SPD-Generalsekretärin Petra Berg erklärte, die Direktwahl sei ein "wichtiges Instrument, um selbst Demokratie zu gestalten". Würde man sie abschaffen, sei das noch lange kein Mittel gegen Politikverdrossenheit und niedrige Wahlbeteiligung . Auch CDU-Fraktionschef Tobias Hans , der selbst als Kandidat bei den Wahlen in Neunkirchen angetreten war und verloren hatte, lehnte den Vorstoß ab. Sollten die Kommunalstrukturen durch eine Reform neu zugeschnitten werden, müsse man aber nochmal darüber diskutieren.

Auch Grünen-Fraktionsvize Klaus Kessler lehnte die Forderung der Linken ab. Sinnvoller sei es, über Wege nachzudenken, wie die Wahlbeteiligung erhöht werden könne, so Kessler. Und Piraten-Fraktionschef Michael Hilberer sagte: "Man sollte ein Mehr an Demokratie nicht abschaffen, nur weil die Wahlbeteiligung schlecht ist."

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