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Förster im Saarland stöhnen über Belastung

Eppelborn. Die Förster verlangen ein klares Bekenntnis zur Waldwirtschaft. Im Saarforst werde weniger Holz geschlagen, als nachwächst. Dennoch stehe der Betrieb als Störenfried der Natur da. Die Politik habe zu diesem Zerrbild beigetragen, klagen die Förster. Peter Wagner

Immer weniger Personal bei höheren Anforderungen und steigender Bürokratie: Die saarländischen Revierförster sehen sich bald nicht mehr in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen. Urban Backes, Landesvorsitzender im Bund deutscher Forstleute (BDF), sah bei der Jahreshauptversammlung in Eppelborn gar "ohne Kurskorrektur den Landesbetrieb zusammenbrechen". Wie berichtet wurde, seien derzeit mehrere Reviere nicht besetzt und würden vom Nachbarförster mitbetreut, 10 000 Festmeter Holz hätten wegen Krankheit nicht gefällt werden können und drückten das Gesamtergebnis des Betriebes ins Minus; das Prinzip, wonach aus Sicherheitsgründen immer drei Leute bei der Holzernte zusammen arbeiten, könne nicht durchgehalten werden. Backes verlangte, dass der Landesbetrieb, der wirtschaftlich und ökologisch Vorbildliches leiste, von weiterem Stellenabbau im Saarland verschont werden müsse. Der Betrieb startete nach dem Krieg, als es noch keine Motorsägen gab, mit 900 Leuten, heute sind es noch 180, nachdem in den letzten 20 Jahren 60 Prozent der Stellen gekürzt wurden.

Die berufsständische Vertretung der Forstleute verlangte von der Politik ein klares Bekenntnis zur Waldbewirtschaftung. Das Saarland , das Jahr für Jahr weniger Holz entnehme, als nachwachse, sei führend, was nachhaltige, ökologische und dennoch ertragreiche Forstwirtschaft angehe. Ein 2500 Kilometer langes Wegenetz werde unterhalten und durch Befahrung offengehalten. Politiker hätten allerdings in den letzten 25 Jahren stets versucht, mit der Betonung von Ökologie-Themen zu punkten, und dabei in der Öffentlichkeit ein falsches Bild vom Wald unterstützt. Eine zunehmend kritische Gesellschaft fühle sich durch Forstwirtschaft eingeschränkt und empfinde sie als Störfaktor. Der Forstwirt müsse gerade in städtischen Gegenden um jeden Baum kämpfen, den er vermarkten wolle, so Backes.

Bei den Neuwahlen trat der 53-jährige Saarforst-Revierleiter vom Rastpfuhl nicht mehr an. Neuer Chef des Landesverbandes wurde der 39-jährige Michael Weber, Förster in St. Ingbert.