Förderpreis für großes Cello-Talent

Anne-Claire Dani liebt das Cello, weil es der menschlichen Stimme am nächsten komme. Die Studentin an der Hochschule für Musik will eines Tages im großen Orchester spielen und hat bei „Jugend musiziert“ bereits mehrere Preise gewonnen.

Alljährlich verleiht die Saarbrücker Casino-Gesellschaft einen Förderpreis an junge Künstler. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung 2015 ging nun an die Cellistin Anne-Claire Dani. Die 19-jährige gebürtige Coburgerin ist Studentin der Hochschule für Musik Saar (HfM) und möchte Orchestermusikerin werden.

Dani wuchs in einer musikbegeisterten Familie auf: Die Eltern spielen Bratsche, Trompete und Klavier, die Schwester Geige. Anne-Claire begann im Alter von vier mit dem Cello. "Ich fühle mich beim Cello sehr wohl. Es ist das Instrument, das der menschlichen Stimme am nächsten kommt", sagt sie. Der "warme, runde Klang" sei sehr modellierbar, man könne damit "wahnsinnig viel gestalten".

Instrumente sind eine Sache des Typs, weiß Dani. Keineswegs ist sie ausschließlich aufs Cello fixiert, sondern beschäftigte sich darüber hinaus viele Jahre lang intensiv mit der Harfe. Ähnlich wie mit dem Cello heimste Dani damit mehrere Preise beim Wettbewerb "Jugend musiziert" ein. Dennoch war die Harfe von Anfang an als Zweitinstrument geplant und wird heute nur noch selten hervorgenommen. Nach Saarbrücken zog es Anne-Claire Dani wegen ihres Wunsch-Lehrers Gustav Rivinius, international gefragter Solist und Cello-Professor an der HfM. Die kleine Saar-Metropole findet sie sympathisch: "Hier kann man sich schnell reinfinden und wohlfühlen." Obwohl sie jung ist, kann Dani auf reichlich Bühnenerfahrungen als Solistin sowie Kammer- und Orchestermusikerin blicken und hat ein klares Berufsziel vor Augen: einen Platz im großen Orchester . Sie schätzt die Klangfülle, mag es, im Ensemble zu spielen und hat bereits ein Orchester-Praktikum im Visier. Daneben möchte sie unterrichten. Vor dem steinigen Weg einer Solisten-Karriere bewahre sie nicht zuletzt ihr Realitätssinn, sagt Dani. Musik ist der Lebensmittelpunkt: Als Lieblingskomponisten nennt sie Johann Sebastian Bach ("intellektuelle Musik, mit der man dennoch fantasievoll umgehen kann") und Franz Schubert ("sehr empfindsam; ich mag die Verbindung zur Poesie").

Erklärtes Vorbild ist der norwegische Cellist Truls Mørk. Und jenseits der Klassik hört sie französisches Nouvelle-Chanson, etwa von der Chanteuse Zaz, und Filmmusik, "weil da genau wie in der Oper so deutlich rüberkommt, dass Musik mit Geschichten verbunden ist". Daneben bleibt Zeit für Hobbys wie Joggen an der Saar und Lesen.

Der Förderpreis der Casino-Gesellschaft ist nun längst nicht die erste Auszeichnung von Anne-Claire Dani. Sie erhielt mehrere Stipendien, nahm an Workshops und Meisterkursen teil, und so soll es weitergehen: Im August steht ein Meisterkurs in der Nähe von Wien im Terminkalender und im September der Saarbrücker Walter-Gieseking-Wettbewerb.