Flüchtlinge marschieren auch durchs Saarland

200 Flüchtlinge und Migranten aus Frankreich, Belgien, Holland, Italien und Deutschland protestieren mit einem Fußmarsch nach Brüssel gegen Einschränkungen für Asylsuchende in Europa. Der „Marsch für die Freiheit“ sei am 18.

Mai in Kehl gestartet und soll binnen fünf Wochen über Straßburg, Saarbrücken und Schengen nach Brüssel führen, teilte der Saarländische Flüchtlingsrat (SFR) gestern mit. Dort wollten die Teilnehmer vom 20. bis 26. Juni vor den EU-Institutionen auf ihre Lage aufmerksam machen, hieß es.

Der SFR rief zu Solidarität mit den Marschierenden auf und bat die Bevölkerung, sich an den Grenzübertritten in Saargemünd (26. Mai) und Perl (1. Juni) sowie an der Kundgebung in Saarbrücken (27. Mai) zu beteiligen.

"Tausende ertrunkene Flüchtlinge sind der gravierendste Ausdruck einer repressiven europäischen Flüchtlingspolitik", sagte Roland Röder vom SFR. "Das darf nicht länger hingenommen werden, genauso wenig wie die oft jahrelange Unterbringung von Menschen in Flüchtlingslagern oder die Versorgung durch Lebensmittelpakete hierzulande." Neben weiteren Verbänden hätten auch die evangelische und die katholische Kirche ihre Unterstützung zugesagt, so Röder.

Im Saarland hatte es zuletzt 2010 größere Proteste im Flüchtlingslager Lebach gegeben, als Hunderte von Flüchtlingen einen Boykott der Lebensmittelpakete organisierten. Die Botschaft all dieser Proteste sei klar, sagte Röder. Flüchtlinge hätten es satt, immer wieder nur Objekt staatlicher Politik, Bevormundung und Betreuung zu sein. Die Forderungen des Marsches für die Freiheit zielten auf echte Selbstbestimmung und Wahrung der Menschenrechte.