Flöte und Orgel spielten Kompositionen für Violine

Saarbrücken. "Ein ungewöhnliches Hörerlebnis" versprach Thomas Altpeter, Chef der Saarbrücker Sommermusik, zur Begrüßung. Dem aktuellen Festivalmotto gemäß standen am Freitag in der gut besuchten Basilika St. Johann Antonin Dvorák und Max Bruch im Mittelpunkt

Saarbrücken. "Ein ungewöhnliches Hörerlebnis" versprach Thomas Altpeter, Chef der Saarbrücker Sommermusik, zur Begrüßung. Dem aktuellen Festivalmotto gemäß standen am Freitag in der gut besuchten Basilika St. Johann Antonin Dvorák und Max Bruch im Mittelpunkt. Das Besondere: Basilika-Kantor Bernhard Leonardy hatte ursprünglich für Violine geschriebene Kompositionen für Flöte und Orgel bearbeitet, um sie mit der Konzertflötistin Seong Hwa Kook aufzuführen. Die in Deutschland ausgebildete, international tourende Koreanerin empfahl sich mit Intensität: Bei Dvoráks Romantischen Stücken op. 75 und dem Adagio aus Bruchs Violinkonzert sang die Flöte mit blühendem Timbre zum fein ziselierten Orgelteppich. Leonardys Arrangements zeugten von erfreulichem Einfühlungsvermögen, wie die Wiedergabe von Dvoráks schöner Sonatina op. 100 mit mancherlei Ähnlichkeiten zur Sinfonie "Aus der Neuen Welt" unterstrich. Harmonisch zu den romantischen Noten fügte sich Eugène Bozzas (1905 bis 1991) gleichfalls in sensiblem Miteinander gezeichnetes geschmackvolles impressionistisches Stimmungsgemälde "Soir dans les montagnes". Unterm Strich war es freilich bei dem von Folklore-Timbre geprägten Abend mit der Atmosphäre lyrischer Süße (Stichwort "lieblich") denn doch ein wenig zu viel. Man hätte sich mehr Kontraste gewünscht im Stil von Leonardys dramatischem Orgelsolo: Rauschend türmte er im Finalsatz von André Fleurys (1903 bis 1995) Zweiter Sinfonie Akkordmassen auf, und es fehlte nicht an gepfefferten Spannungsklängen.