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Fitnesskur für Freibäder

Saarbrücken. Diese Woche kommt der Sommer. Am Mittwoch soll das Thermometer bis auf 27 Grad steigen. Nun müssen nur noch die Freibäder öffnen. Startklar sind sie. Rainer Hück, Prokurist der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken, ist verantwortlich für das Freibad in Dudweiler, das Alsbachbad in Altenkessel, das Kombibad in Brebach-Fechingen und das Totobad am Schwarzenberg in St. Johann Von SZ-Redaktionsmitglied Fabian Bosse

Saarbrücken. Diese Woche kommt der Sommer. Am Mittwoch soll das Thermometer bis auf 27 Grad steigen. Nun müssen nur noch die Freibäder öffnen. Startklar sind sie.


Rainer Hück, Prokurist der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken, ist verantwortlich für das Freibad in Dudweiler, das Alsbachbad in Altenkessel, das Kombibad in Brebach-Fechingen und das Totobad am Schwarzenberg in St. Johann. "Sobald die Sonne ein paar Tage scheint und die Temperaturen steigen, geben wir den Startschuss." 70 000 Euro habe die Stadt in die Saarbrücker Bäder gesteckt.

Auch Hücks Kollege Dieter Heckmann, Prokurist der Kommunalen Dienstleistungsgesellschaft (KDI) in Sulzbach, ist startbereit: "Sobald die Wassertemperatur steigt, fangen wir an." Ein festes Datum gibt es also nicht.



Doch bis ein Freibad fit ist für die neue Saison, ist darin wochenlang viel zu tun. Im Totobad beginnen die Vorbereitungen auf die Saison Mitte März. Als Schwimm-Meister Stefan Brand seine Arbeit auf dem 65 000 Quadratmeter großen Gelände aufnahm, endete die siebenmonatige Winterpause im Bad am Schwarzenberg. Brand erzählt: "Besucher sollten mal sehen, wie es hier nach dem Winter aussieht. Staub und Sand liegen überall. Laub hat sich auf dem Gelände und in den Becken verteilt, und Unkraut wuchert überall." Zehn Mitarbeiter erledigen jetzt die letzten Aufgaben vor dem Saisonbeginn. "Wir arbeiten uns von den Becken nach außen", erklärt Brand. "Als Erstes müssen die Becken in Ordnung sein." Dazu wurde das Wasser abgelassen. Dann hieß es streichen und Fliesen erneuern. Sind die Becken fertig, dann sind Rasen, Hecken, Beete und Bäume mit dem Frühjahrsputz dran. Brands Team mäht den Rasen und prüft, ob die Bäume gut über den Winter gekommen sind, ob also Äste vertrocknet sind oder sonst Schäden zu sehen sind. Hochdruckreiniger sprühen zischend den Wintergrauschleier von den Betonplatten. Die Filter müssen laufen und die Solaranlage auf dem Dach installiert werden. Stefan Brand kann kaum einen Schritt auf dem Gelände machen, ohne dass ihm einer seiner Leute etwas zuruft oder wissen will. "Wir brauchen zur Vorbereitung etwa sechs Wochen", sagt er.

Während Stefan Brand sich um die Außenarbeiten kümmert, sitzt seine Frau Elka Brand im Kassenhaus über der Buchführung. Auch dort sind viele Aufgaben zu erledigen: "Die Kassen müssen aufgefüllt und auf ihre Funktionen geprüft werden. Dann wird nach den Verkaufsartikeln, wie Schwimmflügel, Taucherbrillen oder Tischtennisschläger geschaut. Ist der Bestand unvollständig, wird nachbestellt", sagt Elka Brand.

Jürgen Gerdum steht seit 24 Jahren in seinem Kiosk im Totobad. Wie alle wartet der 69-Jährige, dass es endlich losgeht: "Bei mir rufen bereits die Zulieferer an und wollen meine Bestellungen. Ich kann aber jetzt noch kein Eis bestellen, weil das unnötig Energie für die Kühltruhen kosten würde."

Einen Schritt voraus ist das Freibad in Kleinblittersdorf. Es hat seit Samstag geöffnet. Auch dort war viel zu tun. Bürgermeister Stephan Strichertz: "Aufgrund der tiefen Temperaturen im Winter musste das Becken teilsaniert werden." Kosten: 15 000 bis 20 000 Euro. Im Vergleich: Im vorigen Jahr seien etwa 6000 Euro investiert worden. Nicht genug: Trotz der Arbeiten bleibt ein Sanierungsbedarf in Höhe von 150 000 Euro.

Das Freibad Friedrichsthal öffnet am 1. Juni.

50 Jahre Totobad. Gefeiert wird vom 12. bis 14. Juni im Schwarzenbergbad.

"Besucher sollten mal sehen, wie es hier nach dem Winter aussieht."

Stefan Brand, Schwimm-Meister

im Totobad