Filmmusik gejazzt mit Saxofon und Akkordeon

"La dolce vita", "La strada" oder "C'era una volta il West" (in der deutschen Version ganz martialisch "Spiel mir das Lied vom Tod") - wer kennt sie nicht, die großen alten Filme des italienischen Kinos von Regisseuren wie Fellini und Leone? "Cinema Italia" tauften Rosario Giuliani (Saxofon ) und Luciani Biondini (Akkordeon ) ihr brandneues Album, das sie mit ihrem Quartett einspielten. Als Duo bescherten Giuliani und Biondini nun am Montag im voll besetzten Leidinger einen großartigen Abend beim Saarbrücker Jazz-Festival. Wenn hier die unvergesslichen Melodien der Komponisten Nino Rota und Ennio Morricone erklangen, liefen vor dem inneren Auge die dazugehörigen Szenen ab. Freilich war es mehr als ein Schwelgen in cineastischen Erinnerungen, so geschmackssicher, temperamentvoll und in kreativem Miteinander wurde in der seltenen Kombination Saxofon und Akkordeon gejazzt - auch mit einigen Kompositionen aus der Feder der Protagonisten. Giulianis beseelt-bluesige und kraftvolle Saxofon-Improvisationen in Verbindung mit Biondinis gar nicht musettehaftem Swing und Groove konnten kaum einen Blue-note-Jünger unbeeindruckt lassen. Da waren Zugaben fällig.

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