Filigranes und feinfühliges Miteinander

"Sinti-Jazz - Jazz Manouche" hieß es am Wochenende in Saarbrücken und Forbach. Veranstalter des grenzüberschreitenden Festivals waren das Jazz Syndikat und der Verein La Guitare au Coeur des Cultures.

Neben Konzerten mit Ensembles aus Deutschland und Frankreich gab's auch einen Abend mit Gypsy Jazz aus Polen: Freilich hielten sich die angekündigten "ostslawischen Einflüsse" beim viel beklatschten Auftritt des Siergiej Wowkotrub Quartetts am Samstag in der voll besetzten Breite63 in Grenzen. Wie das gesamte Treffen, so wandelten auch Wowkotrub (Geige), Sebastian Rucinski, Tomasz Wojcik (Gitarre) und Piotr Gorka (Bass) überwiegend auf den Spuren des klassischen Gypsy Jazz von Django Reinhardt und Stéphane Grapelli. Zwar nicht gerade explosiv, dafür aber mit erfreulich filigranem und feinfühligem Miteinander nahm sich der Vierer auch mal eine Komposition von Birelli Lagrène vor. Mit dem lothringischen Gastgitarristen Samson Schmitt kam in der zweiten Konzerthälfte ein ganz anderes Temperament hinzu. Unter Schmitts offensivem Einfluss klang es zwar spontaner und eruptiver, doch brachte er mit weit aufgedrehtem Verstärker die fein austarierte Ensemble-Dynamik ins Wanken.

Mehr von Saarbrücker Zeitung