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Feuerwehr sorgt sich um die Zukunft

Regionalverband. Vier Löschbezirke im Regionalverband sind bereits geschlossen oder fusioniert. Doch die Sorgen der Feuerwehr bleiben bestehen. Das Ehrenamt müsse attraktiver werden, fordern die Feuerwehrleute deshalb. Von SZ-MitarbeiterJörg Martin

Die Delegiertenversammlung des Feuerwehrverbandes für den Regionalverband Saarbrücken war geprägt von großer Sorge um die Zukunft. Denn die Probleme treten immer deutlicher zutage. Nachwuchsmangel, verändertes Arbeitsleben und Demographie haben schon jetzt zu massiven Veränderungen bei der Wehr geführt. Vier Löschbezirke im Regionalverband mussten bereits geschlossen werden oder mit Nachbarorten fusionieren.

Doch das soll erst die Spitze des Eisberges sein, sagt Thomas Quint, der Vorsitzende des Verbandes. Die Tagesalarmbereitschaft sei jetzt schon gefährdet. Wenn die Politik nicht tätig werde, werde es richtig teuer. Eine lokale Berufsfeuerwehr müsse dann nämlich her. Und angesichts leerer Kassen erscheine das kaum finanzierbar. Deshalb war Quint seit Jahresanfang auf den Neujahrsempfängen der Parteien unterwegs und will im Vorfeld der Kommunalwahl mit einem offenen Brief für entsprechende Sensibilität sorgen. Gleichzeitig planen die Feuerwehrleute, eine Initiative zu starten, um mehr Anerkennung für ihre Arbeit zu bekommen. "Wie können wir die Feuerwehr in Zukunft am Leben erhalten?", fragte Quint die Vertreter der Löschbezirke. Dabei hofft er auf eine gesetzlichen Regelung, bei der mit der ehrenamtlichen Arbeit Punkte auf dem Rentenkonto gutgeschrieben würden. Hier habe man Unterstützung vom Technischen Hilfswerk, sagte Quint. Allerdings gibt es auch Zweifel, ob das Vorhaben auf Bundesebene durchzusetzen sei.

Auch das Thema Notfallseelsorge wurde in der Versammlung diskutiert. Hier gibt es laut Feuerwehr seitens des Deutschen Roten Kreuzes Pläne, eine eigene Struktur aufzubauen. Diese Pläne sieht die Feuerwehr allerdings kritisch.



Zum Thema:

Hintergrund Der Feuerwehrverband für den Regionalverband Saarbrücken hat derzeit 3572 Mitglieder (2150 Aktive). Die Jugendfeuerwehr zählt 706 Mitglieder (76 mehr als 2012). In der Altersabteilung gibt es 658 Wehrleute. 28 Wehrleute gehören dem Spielmannszug an. jma