„Feuerwehr legt Brände nicht selbst“

Die Feuerwehrleute riskieren ihr Leben für die Sicherheit. Politiker und Feuerwehrchef machten am Freitagabend den neuen Stadtratsmitgliedern deutlich, wie wichtig die Arbeit der Einsatzkräfte in Saarbrücken ist.

Mit drastischen Worten brachte der Leiter der Berufsfeuerwehr, Josef Schun, beim Ehrungsabend für verdiente Feuerwehrleute am Freitag im Saarbrücker Rathausfestsaal den zahlreich erschienenen neuen Stadtratsmitgliedern das Thema Feuerwehr näher.

Dabei wollte er auch mit Vorurteilen aufräumen und erklärte: "Die Feuerwehr legt Brände nicht selbst. Unter anderthalb Millionen Feuerwehrleuten gibt es nur etwa 40 Brandstifter." Diese Quote sei deutlich niedriger als die der Mörder bei der Polizei oder jene der "Todesengel" unter Krankenschwestern.

Wehrführer Markus Rosenberger verglich sachlich, was das Feuerwehrhandwerk vor 40 Jahren und heute unterscheidet - bei der Ausrüstung habe sich einiges zum Positiven entwickelt. Doch nicht überall sei die moderne Technik ein Segen. So habe zum Beispiel die Gafferei an Unglücksorten eine neue Dimension erreicht: "Jeder versucht, mit dem Handy Bilder oder Filmchen zu machen und diese möglichst schnell im Internet zu teilen."

Deutliche Worte fand Rosenberger auch für einen anderen Internet-Trend unter Feuerwehrleuten, die "Cold-Water-Kampagne", bei der sich Rettungsorganisationen mit spektakulären Internet-Filmchen überbieten, um Geld für eine gute Sache zu sammeln. Rosenberger sagte: "Unser Wasser bleibt in den Tanks. Dennoch spenden wir in den kommenden Tagen 1000 Euro an das Kinderhospiz."

Auch Sicherheitsdezernent Harald Schindel (Linke) erklärte den neu gewählten Kommunalpolitikern kurz die Aufgaben der Feuerwehr: "Das Engagement ist nicht zu vergleichen mit dem ehrenamtlichen Engagement in einem Verein. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Feuerwehrleute ihr Leben für uns aufs Spiel setzen."

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) dankte den geehrten Feuerwehrleuten: "Sie wissen besser als wir, was es heißt, alle Einsatzgebiete einer modernen Feuerwehr abzudecken, die Brandbekämpfung ist nur eine Aufgabe davon." Vor allem Einsätze im Bereich "technische Hilfe" oder Maßnahmen bei Unfällen mit Gefahrstoffen würden immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Neben den zahlreichen Ehrungen gab es im Rathaus auch Ernennungsurkunden für neue Führungskräfte in den Löschbezirken (LB). Jan Mandernach ist neuer Löschbezirksführer im Löschbezirk 21 Bischmisheim, Jörg Schoerer rückt für ihn als Stellvertreter nach. Der bisherige Löschbezirksführer Armin Thieme erhielt sein Dankschreiben. Neue stellvertretende Löschbezirksführer im LB 22 Brebach und im LB 25 Fechingen sind Raoul Pattay und Kevin Altpeter, die Mark Quint und Gernot Schweitzer ablösen.

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Auf einen Blick:Folgende Feuerwehrleute wurden für ihre langjährige Arbeit bei der Feuerwehr geehrt: 20 Jahre: Sebastian Hauer, Löschbezirk Alt-Saarbrücken, Norbert Himbert, Dennis Gramsch, beide Malstatt-Burbach, Michael Göttlich, St. Arnual, Michael Kreutzer Dudweiler, Thomas Bachmann, Scheidt /Berufsfeuerwehr (BF). 25 Jahre. Patrik Jakobi, Alt-Saarbrücken, Andreas Knapp, St. Johann, Tanja Morgin, Klarenthal, Mario Minke, Klaus-Peter Theobald, beide Dudweiler, Hans-Jürgen Hemmert, Fechingen, Christian Gülle, Stefan Jung, beide Ensheim, Thomas Fritz, Markus Hartung, Alexander Henry, Oliver Signoretta, alle Berufsfeuerwehr. 35 Jahre: Thomas Brockhoff, St. Johann, Frank Schwitthal,Klarenthal, Peter Balzert, Altenkessel, Heinz Fey, Ralf Peter Wunn, beide Dudweiler, Thomas Kehl, Stefan König, Eric Paliot, alle Berufsfeuerwehr. 40 Jahre: Klaus Nett, St. Johann, Roland Frank, Gersweiler, Ingo Bender, Dudweiler, Volker Schilling, Scheidt . Versetzung in die Altersabteilung: Manfred Lück, LB 17. al

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