Feste sind der Politik lieb und teuer

Saarbrücken. Wie teuer das Saar-Spektakel im August für die Stadt Saarbrücken war, ist noch nicht ausgemacht, denn es sind noch nicht alle Rechnungen eingegangen und auch noch nicht alle Einnahmen verbucht. Im Haushaltsplan für das Jahr 2012 waren ursprünglich Ausgaben und Einnahmen von jeweils etwa 275 000 Euro veranschlagt

Saarbrücken. Wie teuer das Saar-Spektakel im August für die Stadt Saarbrücken war, ist noch nicht ausgemacht, denn es sind noch nicht alle Rechnungen eingegangen und auch noch nicht alle Einnahmen verbucht. Im Haushaltsplan für das Jahr 2012 waren ursprünglich Ausgaben und Einnahmen von jeweils etwa 275 000 Euro veranschlagt. Nach einem Bericht des Amtes für Stadtmarketing an den Hauptausschuss des Stadtrates vom 3. September (beantragt von der FDP) waren bis dahin 173 000 Euro eingenommen und 144 000 Euro ausgegeben.Wie immer die Bilanz am Ende aussehen mag, und das schließt auch ein überschaubares Minus nicht aus, hält die Verwaltungsspitze die bundesweit beachtete Veranstaltung mit ihren 300 000 Besuchern für ideal geeignet, um Werbung für die Stadt zu betreiben und auch den Einheimischen etwas Beeindruckendes zu bieten. Die Förderung gilt als Investition, nicht als freiwillige Konsumleistung.

Fest als Identitäts-Stifter?

Das Saar-Spektakel war vor 13 Jahren als einmalige Veranstaltung zur 1000-Jahr-Feier gedacht, das Konzept - drei Tage maritimes Flair und Programmvielfalt für Jung und Alt - entwickelte jedoch zur allgemeinen Freude und Überraschung eine Eigendynamik und gilt heute als unverzichtbar. Es unterstreicht vor allem den Anspruch der Landeshauptstadt als touristisches Ziel. Das Saar-Spektakel stiftet nach Überzeugung der Verantwortlichen im Saarbrücker Rathaus Identität, stärkt durch die Beteiligung dutzender Vereine und Gruppen das Wir-Gefühl und "verdeutlicht die emotionale Nähe zum Thema Stadt am Fluss", wie es im Bericht wörtlich heißt. Mittlerweile ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um das Spektakel weiter zu entwickeln.

Auch das seit 1974 ausgerichtete Altstadtfest ist der Verwaltung wegen seines hochwertigen Kulturprogramms lieb und teuer. Seit 2007 wird das Traditionsfest vom Amt für Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit organisiert, seit dem Jahr 2009 "auf der Basis von Wettbewerb und Transparenz", das heißt mit offiziellen Ausschreibungen für Bühnen und Technik sowie für die Stände. 2012 fand das Altstadtfest zum 38. Mal statt. Es erreicht an drei Tagen nach offiziellen Angaben zwischen 150 000 und 180 000 Besucher und steigert in den Augen der Verantwortlichen immer noch Qualität und Image.

Dies sei bedeutsam, um Einnahmen aus Werbeverträgen zu erzielen. Vertreter des Handels und der Hotellerie hätten eine gute Meinung von dem Fest und könnten davon Nutzen ziehen, heißt es zur wirtschaftlichen Bedeutung.

Wie beim Saar-Spektakel sind auch hier die Kosten und Einnahmen nicht exakt zu planen. Sponsoren- und Werbeeinnahmen unterlägen Stimmungen und Schwankungen, heißt es aus dem Rathaus. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass nach den tödlichen Ereignissen bei der Love-Parade in Duisburg die Sicherheit von Großveranstaltungen einen höheren Stellenwert hat. Die Ausgaben für Sicherheitsvorgaben von Feuerwehr und Bauaufsicht hätten sich seither "mindestens verdoppelt". Nicht zuletzt deshalb sei es für die Plaungssicherheit wichtig, über einen guten finanziellen Sockel zu verfügen.

40 000 Euro im Minus

Für das Altstadtfest 2012 gab die Landeshauptstadt Saarbrücken nach Mitteilung der Verwaltung 181 000 Euro aus und nahm 141 000 Euro ein. Trotz dieses Defizites von 40 000 Euro stand das Fest um 30 000 Euro besser da als veranschlagt.