Federvieh und Schokohasen

Es ist schon Tradition, dass Züchter Alex Fess regelmäßig die Schule am Webersberg in Homburg besucht – natürlich nicht alleine, sondern mit besonderen Begleitern im Gepäck. Auch echte Riesen sind dabei.

Ein fröhliches Gemurmel und Gegacker erfüllte am vergangenen Donnerstag die Turnhalle der "Staatlichen Förderschule körperliche und motorische Entwicklung" am Webersberg. Zum 54. Mal besucht der Züchter Alex Fess die Schule und bringt auch in diesem Jahr ganz besondere Gäste mit: In Käfigen sitzen rund zehn Küken, zwei Paduaner Haubenhühner, drei Jersey Giants, die zu den größeren Hühnern überhaupt zählen, und zwei weiße Seidenhühner. Die prächtigen Seidenhühner müsse man baden und danach föhnen, dann bekämen sie das flauschige und schöne Gefieder, berichtet Alex Fess.

Der 86-Jährige ist Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Homburg und Vater der Osteraktion. Gemeinsam mit Züchter Axel Müller vom Geflügelzuchtverein Altstadt Saar hebt er die Tiere vorsichtig aus den Käfigen, damit die Kinder und Jugendlichen sie streicheln können. "Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mit den Tieren umgehen", sagt der Züchter, der die 140 Schüler am Ende der Aktion mit Schokoladenhasen und -ostereiern, gefärbten Eiern und Obst beschenkt. "Die Kinder warten jedes Jahr auf Herrn Fess, fragen, wann er kommt, und freuen sich auf ihn", berichtet Förderschulrektor Stefan Friderich. Das Streicheln der Tiere, nicht nur der Küken, spiele dabei eine besonders wichtige Rolle, da die Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit oder zu Hause dazu nicht die Möglichkeit hätten, führte er aus. Das dem so ist, zeigen die vielen Schüler gemischten Alters, die die Tiere bestaunten und vorsichtig am Gefieder anfassten. Anika Memmer, Schülerin der vierten Klasse, erzählt: "Wir freuen uns immer, wenn Herr Fess kommt. Es macht mir Spaß, die Küken zu streicheln und zu schauen, welche Hühner er mitgebracht hat." Eigentlich wollte der Züchter im Vorfeld einen Brutkasten aufstellen, in dem das Ausschlüpfen der Küken beobachtet werden kann. Leider habe das diesmal nicht geklappt. Alex Fess investiere eine Menge Zeit in diese Aktion, schildert Stefan Friderich. Es würden gemeinsame Vorgespräche geführt, die Spenden für die Geschenke müssten angeworben und schließlich die Aktion in der Turnhalle aufgebaut und durchgeführt werden. "Kein anderer Förderer hat sich so regelmäßig und so lange um die Kinder und Jugendlichen gekümmert wie Alex Fess", betont der Rektor. "Vor vier Jahren haben wir das 50-jährige Bestehen gefeiert, und er kommt immer noch."

Eine Bereicherung ist es für beide Seiten: "Die Kinder sind glücklich", strahlt Alex Fess.

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Auf einen BlickDie Schule am Webersberg ist eine staatliche Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung. Förderschullehrer, pädagogische Fachkräfte, mehrere Physio- und Ergotherapeuten, eine Logopädin und eine Krankenschwester arbeiten eng zusammen, um den Schülern eine ganzheitliche und individuelle Bildung und Betreuung zu bieten. Unterricht und Therapien streben dabei im Besonderen den Transfer des Erlernten in den Alltag an. Die räumliche Ausstattung wie ein Akustikraum, ein Entspannungsraum, ein Bällchenbad sowie Holz- und Werkräume soll die Förderung der Schüler unterstützen. sp