FDP gegen Windkraft-„Ungetüme“

Die FDP im Regionalverband Saarbrücken bringt sich gegen Windkraftanlagen in Stellung, die zu nahe an der Wohnbebauung errichtet werden. 220 Gäste kamen gestern zum Neujahrsempfang der Fraktion.

. Beim Neujahrsempfang der FDP-Fraktion am Sonntag im Saarbrücker Schloss schimpfte Vorsitzender Manfred Baldauf (Völklingen) über eine drohende "Verschandelung unserer Heimat". Obwohl die heimischen Kraftwerke "mehr als genug" Strom produzierten, würden zahlreiche Flächen mit Photovoltaik-Anlagen "geradezu zugepflastert" und sollten nach dem Willen von Investoren in den Wäldern von Eiweiler, Holz und Riegelsberg über 200 Meter hohe Windmühlen-"Ungetüme" aufgestellt werden. Pro Windrad müssten bis 6000 Quadratmeter Wald abgeholzt werden, so dass "ganze Reviere" bis zur Grenze nach Burbach verschwänden. Grund sei nicht eine sichere Energieversorgung, sondern das "Kasse machen" der Betreiber, so Baldauf.

Hauptredner und FDP-Landesvorsitzender Oliver Luksic (Heusweiler) sagte, dass nach seinen Informationen der ehemalige Kohleförderer RAG Windmühlen in den Wäldern des Regionalverbandes aufstellen wolle. Der Saarforst streiche danach die Pacht ein und bringe damit das Defizit anderer Landesbetriebe ins Lot. Die betroffenen Gemeinden hätten nach diesem Plan nichts davon. Luksic forderte erneut, dass auch im Regionalverband Windräder mindestens 1000 Meter (statt 650) Abstand von der Bebauung einhalten müssten, so wie im weniger dicht besiedelten Nordsaarland.

Weiterer Kritikpunkt von Manfred Baldauf war die Personalstärke der Verwaltung des Regionalverbandes. Vor 40 Jahren hätten sich 350 Mitarbeiter um 400 000 Menschen gekümmert, heute seien es 1180 Beschäftigte für 340 000 Einwohner. Leidtragende der hohen Personalkosten seien Kommunen, deren ganze Einnahmen für die Umlage an den Regionalverband draufgingen und die deshalb ihren Bürgern nichts mehr bieten könnten. Seine Heimatstadt Völklingen habe nicht einmal mehr Geld für eine Weihnachtsbeleuchtung, so der Fraktionschef.