Fastnachter genossen den Frühstart

Werktags in die fünfte Jahreszeit zu starten, ist für Schüler und Berufstätige gar nicht mehr so einfach. Die Narren entschieden kurzerhand: Wir fangen einen Tag früher an. Hunderte fanden das gestern gut.

Eine solche Sessionseröffnung der Karnevalisten gab es in Saarbrücken lange nicht mehr. Die Groß-Saarbrücker Karnevalsgesellschaft "Die Nassauer" hatte wie seit Jahrzehnten dazu eingeladen. Um 11.11 Uhr zogen nicht nur die Nassauer auf die Bühne des Volkshochschulzentrums.

Mit ihnen strömten die Vertreter vieler befreundeter Gesellschaften herein. "M'r sin nit so", "Mir sin do", "Saarbrücker Narrengilde", "Daarler Dabbese", "Molschder Narrekäpp", "Klarenthaler Quassler" und "Rußhütter Eulen" hatten Delegationen entsandt. Mit "Alleh Hopp" enterten sie die Bühne. Im Schlepptau: Achim Pitz als Regionalvertreter des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK). Was Nassauer-Präsidentin Rita Baer fragen ließ: "Ist das nicht ein wunderschönes buntes Bild?"

Alle Saarbrücker Karnevalsgesellschaften sollten mitmachen. Deswegen waren die Nassauer vom 11.11. als traditionellem Termin abgerückt. Denn erstens eröffnet dann der VSK die Session. Und zweitens haben an einem Montag Berufstätige oder schulpflichtige Gardetänzerinnen und Tanzmariechen kaum die Möglichkeit, sich närrisch zu betätigen.

Am Sonntag aber war der Saal gut gefüllt. So fiel das erste "Alleh Hopp" deutlich lautstärker aus als sonst. "Wir wollen den Zusammenhalt unter unseren Saarbrücker Vereinen wieder stärken", sagte Dieter Bügler, wie Axel Dumont Nassauer-Ehrenpräsident. Und so waren alle Gesellschaften aufgerufen, neben den üblichen Delegationen auch Programmbeiträge zu bieten. Aus Friedrichsthal kam das Prinzenpaar Henning I. und Tatjana I., von den Molschder Narrekäpp war die Juniorengarde da. Von der Burbacher "Mir sin do" und den "Daarler Dabbese" gaben sich die Aktivengarden die Ehre. Allerhand Schunkler und eine Polonäse mit Musikus Horst Irsch sorgten für gute Laune.

Die Nassauer boten ihr Jung-Mariechen Selina Gorek in Kombination mit dem neuen Tanzpaar Melanie Neutzling/Steven Frantz auf. Überdies stammt aus ihren Reihen das Büttenduo Melanie Neutzling/Sina Jenal. Herrlich, was die beiden so aus ihrem Schülerleben berichteten. Die Pflichtaufgaben übernahmen souverän Harlekin Petra Gorek mit ihrem Prolog, Nassauer-Präsidentin Rita Baer mit dem Gelöbnis auf die neue Session und Dumont, der den saarländischen Gesundheitsminister Storm, als neuen Nassauerfürsten Andreas I. vorstellte. Neu im Nassauer-Gefolge ist auch Swen Kautenburger als Hofmarschall. Schließlich wirbelte Christoph Lesch noch als Fidelius durch das Programm. Meist mit bekannten, auf die saarländische Faasenacht umgetexteten Liedern.

Zur bestens bekannten Fernsehmelodie setzte er sich eine knallrote, strubbelige Perücke auf den blanken Kopf und krächzte als Kobold Pumuckl: "Hurra, Huraa, die Faasend, die ist wieder da." Er fand im Publikum viele Mitsänger.