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Fachärztetag diskutiert über ausgebrannte Mediziner

Saarbrücken. Ute Kirch

Ausgebrannte Ärzte scheuen oft davor, rechtzeitig Hilfe zu suchen. Dabei seien nach Schätzungen von Psychotherapie-Zentren fünf bis zehn Prozent aller Ärzte in Deutschland von dem sogenannten Burnout betroffen - die Dunkelziffer liege höher, sagt der Vorsitzende des Facharztforums Saar, Dirk Jesinghaus. Der 9. Fachärztetag am kommenden Samstag stehe daher unter dem Motto "Burnout bei Ärzten - alles nur Gerede?". "Ein Arzt betrachtet sich als besonders belastbar und neigt dazu, das Burnout zu verschleiern. Als Selbstständiger hat er auch sehr viel zu verlieren", sagt Jesinghaus. Ein Arzt mit Burnout könne für Patienten gefährlich werden. Er verrichte durch den Erschöpfungszustand seine Arbeit emotionslos und erreiche so Patienten nicht mehr. Ärztinnen seien häufiger betroffen, sprächen aber auch eher über ihre Erkrankung. Während Ärzte mit Burnout eher zu Suchtmitteln wie Alkohol und Nikotin griffen, zeigten Ärztinnen eher depressive Züge. Ein immer größerer Verwaltungsaufwand, mehr Patienten und Übererwartungen an die Ärzte trügen mit zur Erkrankung bei. Hier müsse das Gesundheitssystem geändert werden. Erschwerend komme hinzu, wenn dem Arzt ein soziales Netz aus Familie, Freunden und Hobbys zum Ausgleich fehle.

Das Forum will auf Präventions- und Therapiemöglichkeiten hinweisen. "Wichtig ist, sich selbst zu schützen, einen individuellen Weg aus dem Burnout zu finden", sagt die Ärztin Cornelia Rupp-John. Dies könne durch richtiges Zeitmanagement mit Pausen sowie einen Ausgleich im sozialen Leben gelingen.