Experte: Vorsorge bei Darmkrebs besonders effektiv

Um die Saarländer zur besseren Vorsorge gegen Darmkrebs anzutreiben, ist in den kommenden Wochen ein interaktives Informations-Terminal im Land unterwegs. Es soll Wissenslücken über die Krankheit und deren Vorbeugung schließen.

Zum Auftakt der diesjährigen Kampagne zum "Darmkrebsmonat März" hat der saarländische Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) zur Vorsorgeuntersuchung gemahnt. Wichtig sei es, die Leute "aufmerksam zu machen auf die Probleme und Risiken von Darmkrebs, aber auch auf die Darmkrebsvorsorge", sagte Storm gestern in Völklingen. Im dortigen Globus-Markt steht noch bis morgen ein interaktives Informations-Terminal, das Passanten das Wissen über die Krankheit näherbringen soll. Anschließend wird das Terminal in den übrigen saarländischen Märkten der Handelskette aufgebaut.

Statistiken zufolge ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung überhaupt in Deutschland. Jährlich wird sie demnach bundesweit bei rund 64 000 Menschen diagnostiziert, knapp jeder zweite Patient stirbt daran.

Dabei sei ausgerechnet bei Darmkrebs eine Vorsorge besonders effektiv, erklärte der Vorsitzende der Gemeinschaft endoskopisch tätiger Internisten im Saarland, Dr. Thomas Stolz. "Bei fast allen anderen Krebsarten ist keine Vorsorge möglich, sondern nur eine Früherkennung. Das ist bei Darmkrebs anders: Die Bösartigkeit entsteht aus einem Polypen heraus, der über Jahre wächst", sagte Stolz. Erkennt ein Mediziner bei einer Darmspiegelung einen Polypen, entfernt er diesen direkt. Ab dem 50. Lebensjahr können Versicherte auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse jährlich einen Stuhlblutest als erste Vorsorgeuntersuchung durchführen. Ab dem 55. Lebensjahr ist bei Versicherten ohne besonderes familiäres Risiko eine Darmspiegelung möglich. Entdecken die Ärzte bei dieser gut 20-minütigen Untersuchung nichts Auffälliges, muss die Darmspiegelung erst nach zehn Jahren wiederholt werden.

Dass sich die Darmkrebsvorsorge auszahlt, belegen mittlerweile auch wissenschaftliche Untersuchungen. Zwischen 2005 und 2013 hatten Forscher im Saarland die Patienten, die zur Vorsorge gekommen waren, unter die Lupe genommen und weiter begleitet. "Es war kein einziger dabei, der an Darmkrebs gestorben ist", sagte Stolz. Aus einer fiktiv erstellten Vergleichsgruppe ohne Darmspiegelung heraus hätte es statistisch betrachtet derweil 17 Todesfälle geben müssen.

Das Informations-Terminal, das in den Warenhäusern aufgebaut wird, soll Versicherten noch weiter über die Krankheit informieren. Auf einem Bildschirm können Passanten beispielsweise ein Quiz zum Thema spielen oder auf eine virtuelle Tour durch den menschlichen Darm gehen.