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Europa liegt fast um die Ecke

Im Rahmen des Comenius-Projektes waren sie in Rumänien (v.l.): Maike Leutheußer, Kim Janine Noß, Sascha Wagner, Lehrerin Karin Klein und Marie Alexandersson. Nicht im Bild sind Tim Scherer sowie die Lehrerinnen Traudel Diehl und Julia Mutzbauer. Foto: Seeber
Im Rahmen des Comenius-Projektes waren sie in Rumänien (v.l.): Maike Leutheußer, Kim Janine Noß, Sascha Wagner, Lehrerin Karin Klein und Marie Alexandersson. Nicht im Bild sind Tim Scherer sowie die Lehrerinnen Traudel Diehl und Julia Mutzbauer. Foto: Seeber FOTO: Seeber
Dudweiler. Durch das Comenius-Projekt der EU kommt Europa gewissermaßen ins Klassenzimmer. Bei dem Projekt mischt auch die Gesamtschule Sulzbachtal in Dudweiler kräftig mit. Richtig ins Rollen kam die Sache durch einen Aufenthalt in Rumänien. Er hat die Schüler offenbar sehr beeindruckt. Von SZ-RedakteurinMichèle Hartmann

Rausgehen, die Welt sehen, Menschen anderer Länder kennenlernen, Neues erleben und Erfahrung sammeln. Junge Leute, die die Chance dazu haben, können sich glücklich schätzen. Sie machen sich fit für die globalisierte Welt und erweitern ihren Horizont. Genau das haben jetzt Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Sulzbachtal in Dudweiler getan - mithilfe des Comenius-Programms der EU (siehe Info-Kasten).

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Karin Klein, Traudel Diehl und Julia Mutzbauer sind sie nun wieder in ihre Heimat zurückgekehrt - mit einer Fülle von Eindrücken. Eindrücke, die man erst einmal sortieren und verarbeiten muss. Marie Alexandersson, Maike Leutheußer und Kim Janine Noß (alle Klasse 11) sowie Sascha Wagner und Tim Scherer (Klasse 12) waren im rumänischen Braila (Walachei).

Es war eine andere Welt, die sie da betreten haben. Eine Welt, die nicht nur Marie unvergesslich sein hat. Als sie erzählt von dem enormen Kontrast zwischen Arm und Reich nicken die Mitschüler ihr schweigend zu. Prunkvolle Villen neben kleinen, halb zerfallenen Häuschen haben sie gesehen, viele Pferdefuhrwerke, die Bukarester Altstadt mit ihren hübschen Fassaden für die Touristen, doch weiter höher im erbärmlichen Zustand. Sascha erzählt derweil von den unzähligen Hunden, "so viele wie bei uns Tauben". Er meint die Vierbeiner, die auf der Straße herrenlos umherlaufen, vielfach krank, gebeutelt und immer auf der Suche nach etwas Essbarem sind. An wunderschöne, prunkvolle Kirchen erinnert sich Maike. Was der Dudweiler Schülergruppe aber ganz besonders auffiel, ist eine ungeheure Gastfreundschaft, die ihnen überall begegnete und die alle Unzulänglichkeiten in den Schatten stellte. Kim Janine lächelt, als sie daran denkt, wie freundlich umsorgt sie und ihre Mitschüler waren. Für junge Leute gebe es in dem fremden Land auch einige Möglichkeiten der Zerstreuung: großes Einkaufscenter, Billard, Bowling etc.

Verständigt haben sich Lehrer und Schüler vor allem in Englisch. Oder sie haben zurückgegriffen auf Google-Translate, diese praktische Internet-Übersetzungshilfe vom Deutschen ins Rumänische und umgekehrt. Jedenfalls hat man sich verstanden, oft auch ohne Worte. Was Sascha dazu bringt, ein bisschen in die Zukunft zu schauen. Nach dem Abitur würde er gern ein ganzes Jahr in Rumänien verbringen. Marie würde gern noch mehr sehen von dem Land und auch die Leute wiedersehen, "das wäre mir ganz wichtig".

Auch Maike würde gern die Familie wiedersehen, die sie so herzlich aufgenommen hat, und Kim Janine natürlich auch. Tränen gab's bei den Schülerinnen und Schülern zum Abschied. Und die Gewissheit, neue Freunde im vereinten Europa gefunden zu haben.

kmk-pad.org



Zum Thema:

HintergrundDas Comenius-Projekt der Europäischen Union ("Europa im Klassenzimmer") ist ausgerichtet auf alle Stufen der schulischen Bildung. Eingebunden in das EU-Programm für lebenslanges Lernen, zielen die Maßnahmen von Comenius darauf ab, bei Schülern und Lehrern das Wissen und das Verständnis für die Vielfalt der europäischen Kulturen, Sprachen und Werte zu fördern. In dem zweijährigen Projekt, das auf die verbindende Wirkung direkter Kontakte setzt, arbeitet die Gesamtschule Sulzbachtal mit Schulen in Spanien, Frankreich, Italien und Rumänien zusammen. Deshalb sind die Zuschüsse im Wesentlichen als Reisekosten gedacht. Schüler und Lehrkräfte aus den jeweiligen Schulen besuchen sich gegenseitig, lernen sich kennen, erfahren mehr über die Kultur der anderen und schließlich Freundschaften. Richtig in Fahrt kam das Projekt für die Dudweiler Schüler mit dem ersten großen Treffen im rumänischen Braila. mh

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