Europa-Galerie öffnet im Herbst

Saarbrücken. Abgehängte Decken, blanker Beton, Planen, die Räume voneinander abtrennen: Wer gestern zum ersten Mal nach dem Beginn der Umbauarbeiten in der ehemaligen Saar-Galerie durch den Eingangsbereich schritt, rieb sich die Augen: Hier erinnerte nun wirklich nichts mehr an frühere Einkaufserlebnisse.Aber das ist auch gar nicht das Ziel

Saarbrücken. Abgehängte Decken, blanker Beton, Planen, die Räume voneinander abtrennen: Wer gestern zum ersten Mal nach dem Beginn der Umbauarbeiten in der ehemaligen Saar-Galerie durch den Eingangsbereich schritt, rieb sich die Augen: Hier erinnerte nun wirklich nichts mehr an frühere Einkaufserlebnisse.

Aber das ist auch gar nicht das Ziel. Denn das Einkaufscenter, das derzeit aus der Saar-Galerie und der denkmalgeschützten Bergwerksdirektion entsteht, soll den Menschen eine ganz "neue Shoppingwelt" offerieren. Das versprach Center-Manager Serge Micarelli gestern beim Richtfest für den Gebäudekomplex. Und zu diesem Anlass, begleitet von zahlreichen Menschen, wurde auch der Name für das neue Angebot enthüllt: Europa-Galerie Saarbrücken soll das Einkaufszentrum heißen. 7500 Menschen hatten bei einer Ausschreibung Vorschläge gemacht, dieser (Micarelli: "Ein Klasse-Name") wurde schließlich gewählt.

Schon bevor die Bauleute bei strahlender Sonne und eisigem Wind dem Rohbau die Richtkrone aufsetzten und dann in der Baustelle feierten, gaben Verantwortliche des Investors Credit Suisse, seines Partners bei der Umsetzung, der ECE Projektmanagement GmbH, und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) bei einer Pressekonferenz weitere Informationen zum Großprojekt.

So wurde bekannt, dass bis zur Fertigstellung insgesamt 170 Millionen Euro fließen. Im Herbst dieses Jahres, eventuell am 21. Oktober, sollen die Pforten zum ersten Mal geöffnet werden. Karl-Heinz Heuß, Geschäftsführer der Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalgesellschaft, sprach von rund 900 Arbeitsplätzen, die hier entstehen sollen. Auf rund 25 000 Quadratmetern sei Platz für etwa 100 Geschäfte, es gebe 1050 Parkplätze. Und er ging auch auf den Vermietungsstand - derzeit 90 Prozent - ein: "Das ist sehr gut zum heutigen Zeitpunkt".

Sebastian Beck, Leasing Manager bei der ECE, gab Einblicke, was die Besucher erwartet: "Der Schwerpunkt der in der Galerie angesiedelten Geschäfte liegt im Bereich Mode." Zahlreiche, bisher in Saarbrücken noch nicht vertretene Markenshops wie zum Beispiel Gerry Weber, Anouk, Triumph, More&More und viele mehr würden in die Galerie einziehen. Als weitere bekannte Marken wurden Mango, das Schuhhaus Leiser, Swarovski oder das Café Starbucks genannt. Das Angebot, betonte er, sei weit gestreut: Neben Mode gebe es in der Europa-Galerie Saarbrücken auch Lebensmittelläden, Unterhaltungselektronik, Restaurants, Cafés und noch vieles mehr.

Unter den Anbietern seien übrigens auch viele regionale und lokale Geschäfte, zum Beispiel das Café Amadeus oder TeeStricker. Auf Nachfrage sagte Beck, dass nur wenige Geschäfte vom St. Johanner Markt in Richtung Europa-Galerie gezogen seien: "Es wird keine Umverteilung geben", zeigte er sich überzeugt. Und wer soll in der Galerie einkaufen, die von Montag bis Samstag je von 9.30 bis 20 Uhr öffnen wird? Dazu gab Center-Leiter Micarelli Auskunft. Er hat auch schon vier Jahre lang das Saarpark-Center in Neunkirchen gemanagt: "Angesprochen sind Menschen, die bis zu 45 bis 60 Minuten weit weg wohnen." Mit anderen Worten: Bis nach Trier, Kaiserslautern und auch im französischen Grenzgebiet werde man werben, unter anderem mit zahlreichen Aktionen.

Oberbürgermeisterin Britz zeigte sich erfreut über die derart hohe Investition: "Dieses Projekt belegt die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes für private Investoren". Das neue Shopping-Center werte die Reichsstraße deutlich auf. Britz: "Gemeinsam mit unseren Investitionen wie zum Beispiel dem laufenden Neubau der Berliner Promenade oder dem abgeschlossenen Umbau der Futterstraße zur Fußgängerzone setzt das neue Center wichtige städtebauliche Impulse."

Auf einen Blick

Zurzeit arbeiten Mitarbeiter von etwa 40 Firmen auf der ECE-Großbaustelle. Ihnen allen dankten die Verantwortlichen beim Richtfest, gerade auch vor dem Hintergrund des extrem kalten Winters, für ihre gute und pünktliche Arbeit. Karl-Heinz Heuß von Credit Suisse: "Hut ab vor dem, was bisher geleistet wurde". up