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Erzieherinnen und Sozialpädagogen streiken weiter im Saarland

Saarbrücken. Die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten sind gestern im Saarland fortgesetzt worden Von SZ-Redaktionsmitglied Ivonne Schnell

Saarbrücken. Die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten sind gestern im Saarland fortgesetzt worden. Nach Angaben der Vereinigten Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) und der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) legten mehr als 400 Erzieherinnen und Sozialpädagogen ihre Arbeit in Saarbrücken, Völklingen, Neunkirchen, Bexbach, Püttlingen, Heusweiler und Friedrichsthal nieder. Mit Transparenten und lautstarkem Getöse zogen sie nachmittags durch die Saarbrücker Innenstadt und eröffneten damit die dritte Streikwelle für einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz. "Wenn man nichts macht, kann man auch nichts bewirken", sagte Erzieherin Susanne Bier aus Neunkirchen voller Optimismus. Verdi und GEW wollten noch einmal "ordentlich Druck machen" vor der heutigen vierten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern in Berlin. Verdi-Landesbezirksleiter Alfred Staudt rechnete bei der anschließenden Kundgebung vor dem Saarbrücker Rathaus aber nicht damit, dass heute "ein Angebot auf den Tisch gelegt wird, das den Namen Angebot auch verdient". Und Saar-GEW-Geschäftsführer Willi Schirra rief in die Menge: "Sollte es keine substanziellen Fortschritte geben, werden wir in der nächsten Woche den Arbeitskampf fortsetzen." Termine für weitere Aktionen stehen bereits fest. In der Saarbrücker Bahnhofstraße soll es heute um 11.30 Uhr eine Podiumsdiskussion geben. Ebenso bleiben heute viele städtische Kitas, Horte und Abenteuerspielplätze in Saarbrücken geschlossen. Falls die Arbeitgeber aber ein annehmbares Angebot vorlegen sollten, werden die angekündigten Streiks für morgen in Saarlouis, Völklingen, Püttlingen, Heusweiler und Bous "selbstverständlich abgesagt", so Verdi-Fachbereichsleiter Stefan Schorr. Harsche Kritik entzündete sich während der Kundgebung immer wieder an Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU), der allen Erzieherinnen und Sozialpädagogen in der Stadt mit fristloser Kündigung gedroht hatte, wenn sie ihre Arbeit verweigerten. Lorig selbst war laut Stadtsprecher Uwe Grieger wegen eines engen Terminplans nicht zu erreichen. Staudt versicherte aber, dass der Streik rechtens sei. Und er forderte Lorig auf, "wieder zum Dialog zurückzukehren". Unterdessen sicherten SPD und Linke den Völklinger Erzieherinnen ihre Unterstützung zu.