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Erinnerung ohne Pathos

Pfarrer Herbert Gräff (rechts) segnete auf dem Friedhof die neue Gedenkstätte für die Wallerfanger Opfer der beiden Weltkriege ein. Links steht die Reservistenkameradschaft. Foto: Johannes A. Bodwing
Pfarrer Herbert Gräff (rechts) segnete auf dem Friedhof die neue Gedenkstätte für die Wallerfanger Opfer der beiden Weltkriege ein. Links steht die Reservistenkameradschaft. Foto: Johannes A. Bodwing FOTO: Johannes A. Bodwing
Wallerfangen. Die Gemeinde Wallerfangen hat die Kriegsgräber auf dem Friedhof optisch völlig neu angelegt. Pfarrer Herbert Gräff nahm nun die feierliche Einsegnung vor. Für rund 31 000 Euro wurden die 27 Einzelgräber zu einem Ehrenmal umgestaltet. Johannes A. Bodwing

"Das ist eine Investition in den Frieden", sagte Uwe Conradt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Gemeint waren damit die umgestalteten Kriegsgräber auf dem Wallerfanger Friedhof. Statt der früheren Einzelkreuze befindet sich dort jetzt eine Stätte des Gedenkens, die Pfarrer Herbert Gräff einweihte.

Kreuze waren brüchig

Lange habe es gedauert, verdeutlichte Ortsvorsteher Hans Joachim Larivière. So gebe es von 2002 einen Aktenvermerk über den desolaten Zustand der Kriegsgräber. Die alten Kreuze waren brüchig und nicht mehr zu verwenden. Daraus ergab sich die Frage einer passenden Gestaltung, die Genehmigung für Umbettungen und vieles mehr. Die Kosten belaufen sich auf rund 31 000 Euro. "Ein gelungenes Werk", stellte Larivière fest.

Nicht allein um die Soldaten gehe es, sagte Pfarrer Gräff vor der Einsegnung, die von einer Abordnung der Reservistenkameradschaft umrahmt wurde. Man müsse "auch an all die denken, die durch menschlichen Irrsinn zu Schaden gekommen sind".

Wo früher niedrige Kreuze für 27 Tote aus zwei Weltkriegen standen, wurde im Juni 2013 die zentrale Platte aufgestellt. 2,6 Tonnen wiegt dieser helle Sandstein aus Luxemburg. Die mit einem Stahlrahmen abgegrenzte Fläche ist 8,2 mal 4,9 Meter groß und mit Bodendeckern bepflanzt. "Zum Gedächtnis unserer im Kriege 1914 - 1918 gefallenen Söhne" ist in die Sandsteinplatte eingraviert. 18 Namen von Soldaten stehen darunter, die zwischen November 1914 und Dezember 1918 ums Leben gekommen sind.

Fragmente mit Namen

Vier Steinfragmente sind über die Fläche verteilt. Sie tragen die Namen von neun im Zweiten Weltkrieg getöteten Soldaten und Zivilisten in jeweils anderer Schrift. Denn die Toten seien keine gleichförmige Masse, sondern Individuen, erklärte Willi Kasakow von der Bildhauerwerkstatt Hassdenteufel und Kasakow in Saarlouis-Fraulautern. Das Ensemble weiche bewusst vom Pathos vieler Ehrenmale ab, betonte Kasakow. Es solle Tod, Zerstörung und Elend verdeutlichen. Dazu steckt beispielsweise eine lange Stahlplatte wie ein Schwert in einer Seite des zentralen Sandsteins.

Der Ortsrat Wallerfangen entscheidet voraussichtlich Ende April über eine Tafel für die Gedenkstätte.