Er ist Riff Raff in der Horror Show

Saarbrücken. Wohnsitz? Frank Felicetti grinst. "Von Rechts wegen im ICE." Tatsächlich ist er nach 15 Jahren in Hamburg Anfang des Jahres nach Konstanz umgezogen. Aber als Schauspieler, Sänger, Sprecher, Texter, Komponist und Autor ist der gebürtige Westfale viel gefragt und entsprechend unterwegs. Momentan arbeitet er in Saarbrücken: Am Samstag, 8

Saarbrücken. Wohnsitz? Frank Felicetti grinst. "Von Rechts wegen im ICE." Tatsächlich ist er nach 15 Jahren in Hamburg Anfang des Jahres nach Konstanz umgezogen. Aber als Schauspieler, Sänger, Sprecher, Texter, Komponist und Autor ist der gebürtige Westfale viel gefragt und entsprechend unterwegs.Momentan arbeitet er in Saarbrücken: Am Samstag, 8. Oktober, hat am Saarländischen Staatstheater (SST) Richard O'Briens Kultmusical The Rocky Horror Show Premiere; im Wechsel mit Eric Minsk ist Felicetti als Riff Raff zu erleben. Für viele Saarbrücker wohl ein freudig erwartetes Wiedersehen, kennt man Felicetti doch von früheren Engagements.

Frank Nimsgern hatte ihn 1998 für sein Musical "Paradise of Pain" ans SST geholt, wo er in verschiedenen Produktionen mitwirkte: Als Schauspieler in "Macbeth", "A Clockwork Orange" oder "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", als Übersetzer für "No way to treat a Lady" oder "Phantasma" und als Musicaldarsteller in "Snowhite - was wirklich geschah", wofür er auch das Buch schrieb.

Mit "Poe" zeichnete er außerdem für ein "Arnual Spezial" verantwortlich. Und in der freien Szene kennt man ihn als Autor und Regisseur des Stücks "Jo - Indianer kotzen nur nach innen", das mit Moschgan Ebrahimi in der Hauptrolle 2005 im Theater Blauer Hirsch Premiere hatte. Bis vor kurzem stand Felicetti noch am Landestheater Eisenach in "20 000 Meilen unter dem Meer" als Professor Aronnax auf der Bühne. Im Dezember ist Wiederaufnahme, dann geht es weiter ans Theater Meiningen.

Nach sechs Jahren mal wieder in Saarbrücken zu sein, fühle sich an, "wie nach Hause zu kommen", meint Felicetti - er schätzt die "liberale Mentalität des Saarländers".

Unter Druck funktioniere er besonders gut; Urlaub mache er höchstens alle fünf Jahre eine Woche lang: "Ich habe ein Problem damit, nichts zu tun. Ich arbeite nun mal gerne!" Wenn er nicht gerade in einem Engagement steckt, dann komponiert oder schreibt er. Auch Prosa: So hat er 2010 den Roman "Goscior - Der Zwischenweltler" herausgebracht als ersten Teil einer geplanten Trilogie. Parallel konzipierte er den Stoff auch als Musical, in der vorletzten Spielzeit lief es in Würzburg. Angefangen hat Felicetti als Autodidakt: Mit 14 sang er in Bands, schrieb und textete Lieder und kam darüber zum Theater. Bei seiner ersten Musicalproduktion stand er als Gitarrist und in der Rolle der Audrey im "Kleinen Horrorladen" in Stendal auf der Bühne, wo ihn "ein namhafter Berliner Regisseur" entdeckte und an den Berliner Friedrichstadtpalast holte. Nach einer umfassenden Ausbildung verselbstständigte sich alles: Bald spielte, sang, komponierte und textete Felicetti quer durch die Republik. Rollen-Vorlieben? "Mich reizen subversive Typen", erklärt er - Normalos interpretiert er entsprechend.

Premiere "The Rocky Horror Show": Samstag, 8. Oktober, 19.30 Uhr, SST. Karten: (06 81) 3 09 24 86.

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