Elektroautos zünden nicht am Markt

Im Saarland sind mehr als 600 000 Fahrzeuge zugelassen, aber nur rund 1800 davon haben einen Elektro- oder Hybrid-Antrieb. Der Saarländische Kfz-Verband zeigt sich „enttäuscht von der mauen Nachfrage“.

Die Anzahl der E-Mobile auf den saarländischen Straßen stagniert. Das belegen Zahlen, die der Saarländische Kraftfahrzeug-Verband jetzt bekannt gab. So wurden im ersten Halbjahr 2015 erst 31 Pkw mit Elektro- und 192 mit Hybrid-Antrieb zugelassen. Der Hybrid-Antrieb verbindet einen elektrischen mit einem konventionellen Kraftstoff-Antrieb. Im gleichen Zeitraum waren im vergangenen Jahr 30 Elektro- und 204 Hybridmobile angemeldet worden. Gab es im Jahr 2013 noch insgesamt 543 Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit Elektro- und Hybrid-Antrieb, so war deren Zahl im vorigen Jahr mit 472 Neuwagen bereits leicht rückläufig. Zusätzlich waren 2014 im Saarland 15 Krafträder und vier Lastkraftwagen mit Elektro-Antrieb zugelassen worden.

Niklas Burmester, Geschäftsführer des Saarländischen Kfz-Verbands, zeigt sich "enttäuscht über die maue Nachfrage" nach neuen und gebrauchten Pkw mit elektrischen Antrieben. Die Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen mit Elektroantrieb im Juni 2015 seien mit drei im Vergleich zu fünf im Juni des Vorjahres zurückgegangen, doch bei "solchen Promillezahlen" könne man nicht wirklich über einen Trend in die eine oder andere Richtung sprechen.

Insgesamt waren zum 1. Januar 2015 im Saarland 1801 Autos mit Elektro- beziehungsweise Hybridantrieb zugelassen, darunter 164 Elektro- und 1637 Hybridmobile. Bei 608 463 gemeldeten Kraftfahrzeugen im Saarland ist der Anteil also verschwindend gering. Den Benutzern der alternativ angetriebenen Pkw stehen landesweit 34 Ladestationen zur Verfügung.

Bundesweit gab es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes bis einschließlich Juli 2015 rund 24 500 Neuzulassungen von Pkw mit alternativen Antrieben, davon 5625 Elektro- und 18 872 Hybrid-Autos. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr, als 20 796 Anmeldungen registriert worden waren, ist also ein Anstieg zu verzeichnen. Mit insgesamt 35 957 Neuanmeldungen liegt der Anteil von Neuwagen mit vollelektrischem und Hybrid-Antrieb an den 3,04 Millionen Neuzulassungen aber immer noch bei nur gut einem Prozent. Insgesamt waren bis Juli 2015 genau 151 199 Elektro- und Hybridautos auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Angesichts der "mageren Bilanz für alternative Pkw" begrüßt Burmester den Beschluss des Bundesrates, einen Gesetzesentwurf zur Sonderabschreibung für gewerbliche Käufer von Elektrofahrzeugen und Ladevorrichtungen ab dem Jahr 2015 einzubringen. Darüber hinaus soll es in den Jahren bis 2019 eine Steuerbefreiung für das von Arbeitgebern gewährte kostenfreie oder verbilligte Aufladen privater Elektroautos geben.

Meinung:Kein Steuergeld für Stromflitzer

Von SZ-Redakteur Oliver Schwambach

Nein, es spricht bislang wenig für die reinen Elektroautos. Denn die Stromflitzer sind nach wie vor ziemlich teuer, ihre Reichweite trotz aller märchenhaften Versprechungen eher gering, und das Aufladen dauert immer noch ewig im Vergleich zum normalen Tankstopp. Darum zögern die Käufer im Saarland wie auch im Rest der Republik. Die lahmende Elektromobilisierung nun aber via Steuervergünstigungen auf Touren zu bringen, wie es der Bundesrat anstrebt, freut vor allem die Hersteller. Ginge es nämlich darum - wie stets behauptet -, etwas für die Umwelt tun zu wollen, wäre ein gut ausgebauter und bezahlbarer öffentlicher Verkehr mit Bussen und Bahnen kombiniert mit Car-Sharing-Angeboten auch in der Fläche des Landes weitaus effektiver.