Eisenbeis beendet FDP-Streit

Soll die FDP die „Allianz der Vernunft“ unterstützen oder nicht? Über diese Frage ist bei den Homburger Liberalen ein heftiger Streit ausgebrochen. Die Gegner einer solchen Zusammenarbeit haben sich jetzt durchgesetzt.

 Der bisherige FDP-Vorsitzende Markus Heigl hier beim Neujahrsempfang in der vergangenen Woche.
Der bisherige FDP-Vorsitzende Markus Heigl hier beim Neujahrsempfang in der vergangenen Woche.

"Wir werden für die Wahl zum Homburger Oberbürgermeister keine Empfehlung für einen der Kandidaten aussprechen." Mit diesem Satz beendete Peter Eisenbeis, Fraktionssprecher der FDP im Homburger Stadtrat, gestern die bisherige Unterstützung des "Allianz der Vernunft"-Kandidaten Marc Piazolo (Grüne). Beendet ist auch die Zeit von Markus Heigl als Stadtverbandsvorsitzender der Homburger FDP. Gemeinsam mit Schriftführer Julian Simon ist Heigl am Montag aus der FDP ausgetreten.

Grund hierfür sind auch Differenzen mit Peter Eisenbeis, dem deutlichsten Kritiker Heigls und dessen Annäherung an die "Allianz der Vernunft". Dass es politisch zwischen Eisenbeis und Heigl schon lange knirscht, machte nicht zuletzt der Neujahrsempfang der FDP in der vergangenen Woche deutlich. Dort hatte Eisenbeis Markus Heigl und Julian Simon vorgeworfen, "nur ein Anhängsel" der "Allianz der Vernunft" um die ehemaligen FDP-Mitglieder Peter Müller und Allianz-Sprecher Georg Weisweiler zu sein (wir berichteten). Letzterer hat der FDP Anfang Februar den Rücken gekehrt, um für die Allianz um einen Sitz im Homburger Stadtrat kandidieren zu können.

Im Gespräch mit unserer Zeitung wiederholte Peter Eisenbeis gestern noch einmal seine Kritik am bisherigen Kurs des FDP-Standverbandsvorstands. Und er machte klar: "Uns Liberalen steht es gut zu Gesicht, wenn wir uns wieder wie Liberale benehmen. Es geht darum, mit allen zu reden und dann einen Konsens zu finden. Es kann nicht sein, dass ein Einzelner bestimmt, wohin wir gehen und was wir machen", so Eisenbeis in Richtung des zurückgetretenen Markus Heigl. Bleibt die Frage, wie es mit der FDP in Sachen Stadtverbandsspitze weitergeht? Eisenbeis machte hier klar, dass er nicht für den FDP-Vorsitz zur Verfügung stehe, nach dem Aus von Heigl aber nun wieder für den Stadtrat kandidieren werde.

Markus Heigl selbst begründete seinen Austritt aus der FDP auf Nachfrage unserer Zeitung gleich mehrfach. "Zum einen ist mir zu Ohren gekommen, dass der FDP-Landesvorsitzende Oliver Luksic dazu aufgerufen hat, mich als Stadtverbandsvorsitzenden zu stürzen." Auch beklagte Heigl, man habe immer wieder gegen ihn "geschossen. Und ich habe keine Lust mehr, mich öffentlich zu rechtfertigen." Zudem hielten ihn FDP-Verantwortliche wie Peter Eisenbeis "nicht für liberal, weil ich mich für Bürgerbeteiligung und runde Tische einsetze. Damit nun am Ende nicht noch Schiedsleute bemüht werden müssen, bin ich einer möglichen weiteren Entwicklung zuvorgekommen". Gefragt, ob seine politische Zukunft nun in den Reihen der "Allianz der Vernunft" liege, sagte Heigl: "Dieser Gedanke liegt natürlich nah. Da ist aber noch nichts entschieden."

Auf Nachfrage unserer Zeitung wies Oliver Luksic gestern den Vorwurf Heigls zurück. Vielmehr, so der FDP-Landesvorsitzende, habe sich Heigl geweigert, mit einer eigenen FDP-Liste in Homburg anzutreten. Dies entspreche aber nicht dem Wunsch des Landesvorstandes und dem einstimmigen Beschluss des FDP-Kreisverbandes.