Eine Wohnung für die Liebe zur Kunst

Drei Jahre lang führte Brigitte Reuther die „galerieampavillon“ ganz in der Nähe des Museums. Jetzt ist sie umgezogen und führt die Galerie mit ihrem Mann Hans-Karl weiter. In einem ganz normalen Wohnhaus.

Unscheinbar reiht sich das Haus Mainzer Straße 100 in die Häuserzeile. Doch wer sich der Haustür nähert, entdeckt ein kleines Klingelschild mit der Aufschrift "galerieampavillon". Eine Galerie in einem Wohnhaus? "Ja, das ist unser neuer Standort", erzählt Hans-Karl Reuther, der die renovierte Wohnung im zweiten Stock für einen ersten Besichtigungstermin öffnet. "Wir zeigen vorwiegend Werke aus unserer Sammlung", so der kunstsinnige Mann, der seit 1985 mit Leidenschaft und Sachverstand Kunst sammelt. Er ist einer, der die Szene seit vielen Jahren kennt und viele Künstlergeschichten auf Lager hat. Die aber gibt er nicht so gerne preis, denn "schließlich hat jeder ein Recht auf seine Privatsphäre".

Ihm und seiner Frau Brigitte, die die Galerie drei Jahre lang vis-à-vis des Saarlandmuseums betrieben hat, geht es schlicht und einfach um die Liebe zur Kunst. Dabei lieben und zeigen sie vornehmlich Druckgrafik und Malerei saarländischer Klassiker "aus der ersten Liga". August Clüsserath etwa, von dem Reuther stolz eine herrliche Gouache von 1954 und eine farbenfrohe Zeichnung in Pastellkreide von 1957 zeigt. Oder Wolfram Huschens, aus dessen Serie zum Thema "Figur und Grund" er bis heute weitgehend unbekannte Werke aus dem Jahr 1972 präsentiert. Wenn sie ihrem Programm auch in dieser Hinsicht treu geblieben sind, so haben sie sich doch für ein erweitertes Ausstellungskonzept entschieden. "Kunst im Salon" ist die neue Schau überschrieben, die morgen offiziell eröffnet wird. "Damit knüpfen wir an die legendäre Salonkultur früherer Jahrhunderte an", erklären die Reuthers und schließlich sei der Salon ja auch ein geselliger Zirkel kultureller Natur gewesen und ein Ausstellungsraum, in dem der freie Gedankenaustausch gepflegt wurde.

So gebe es noch viele Ideen, die Räume zu beleben. Man denke darüber nach, sie anderen Interessierten für Ausstellungen zur Verfügung zu stellen. Auch Einzelausstellungen und themenbezogene Ausstellungen werden in Erwägung gezogen, doch Termine stünden noch keine fest.

Und während die weitere Planung läuft, zeigen sie jetzt in erster Linie Werke renommierter Künstler, die bis heute noch nie gezeigt wurden. Um den Bogen in die Jetztzeit zu spannen, werden diese geschickt mit aktuellen Werken ergänzt. Von den experimentellen Arbeiten Claudia Vogels mit den reizvollen, plastischen, textilähnlichen Oberflächen bis hin zu Dirk Rauschs leichten, spielerischen Siebdrucken.

"Kunst im Salon" - Saarländische Grafik, Zeichnung und Malerei. Bis zum 22. März. galerieampavillon, Mainzer Straße 100, 2. Etage, Fr 14-19 Uhr, Sa 10-14 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter (01 71) 1 77 57 38.