Eine Woche lang Theater mit Studenten

Insgesamt 14 Produktionen in vier verschiedenen Sprachen erwarten die Besucher des Studententheaterfestivals GrAFiTi in diesem Jahr. Dabei sind Gruppen aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und sogar Spanien.

Saarbrücken. Sprachen und Kulturen, Campus und Stadt einander näherbringen - das ist das Ziel von "GrAFiTi", dem Studententheaterfestival der Großregion. Vom 23. bis 29. April präsentiert die nunmehr dritte Ausgabe neben den Lokalmatadoren ACT, Los Mutantes und Le Pont von der Saar-Uni studentische Theatergruppen aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland. Insgesamt sind an verschiedenen Schauplätzen 14 Produktionen in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache zu sehen - Klassiker, Experimentelles und Zeitgenössisches, von Lessing über Brecht bis Augusto Boal. Veranstaltet wird das Festival von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit "arteatro", einer von Studenten und Theaterschaffenden der Saar-Uni 2008 gegründeten Agentur für internationale Kulturkonzepte. Die künstlerische Leitung hat wie in den vergangenen Jahren arteatro-Chef Martin Haberstroh, der sich die Organisation mit Tom Streeb teilt - ein erstaunlicher Kraftakt, weil beide nicht mehr in Saarbrücken wohnen. Als Festivalcafé fungiert auch diesmal wieder das Café am Schloss; neuer Spielort und zugleich Festivalzentrum mit Kuchen, Kaffee und Kartenvorverkauf ist dieses Jahr das zentral gelegene Gemeindezentrum Alte Kirche. An Bühnen neu hinzugekommen sind auch das Freilufttheater am DFKI auf dem Uni-Campus und der endlich wieder offene Theatersaal der Uni-Mensa. Damit, dass Patricia Oster-Stierle, Uni-Vizepräsidentin für Europa und Kultur, das Festival im Foyer der Uni-Mensa eröffnet, wolle man ein Zeichen setzen, meint Haberstroh. Er zielt auf die optimierungsfähige Vernetzung innerhalb der Uni: "Die Uni-Gruppen müssen sich koordinieren und einen regelmäßigen und konstruktiven Dialog mit dem Studentenwerk pflegen." Auch wenn nun Gruppen aus Bonn, Gießen und sogar Marseille anreisen, stehe doch weiterhin die Großregion im Mittelpunkt: "Die Kontakte sind besonders im letzten Jahr richtig gewachsen", freut sich Haberstroh. "Es gab ein gemeinsames Inszenierungsprojekt, bei dem Saarbrücken, Metz, Nancy und Liège zusammenarbeiteten. Der Kontakt nach Metz ist daraufhin aufgeblüht, und Liège ist quasi schon ein strategischer Partner, an dem wir uns auch strukturell ein Vorbild nehmen sollten. Nur mit Nancy kommen wir bedauerlicherweise nicht zu Potte." Unterstützt wird das Festival unter anderem vom Regionalverband und der Stadt Saarbrücken, dem Städtenetzwerk QuattroPole sowie der Universität der Großregion (UGR) und dem Studentenwerk im Saarland. Weitere Kooperationspartner sind die Deutsch-Mexikanische Gesellschaft, das Evangelische Gemeindezentrum Alte Kirche und das Saarländische Staatstheater (SST). So hat SST-Chefdramaturgin Ursula Thinnes mit der Gruppe "TURLg" aus Liège eine Workshopreihe im Festivalzentrum Alte Kirche konzipiert, bei der man sich von Mittwoch bis Samstag von 15 bis 18 Uhr in Sachen Stimme, Atmung, Dramaturgie, Maske, Sprache und Textarbeit sowie Straßentheater weiterbilden kann.

Auf einen Blick

Montag, 23. April: 13 Uhr, Freilufttheater DFKI: "Mein Tag" - Le Pont/arteatro. Deutsch und französisch, Eintritt frei. 19 Uhr, Mensa-Foyer: Eröffnungfeier. 19.30 Uhr, Theatersaal/Mensa: "Lux in Tenebris" - TURLg/Liège. Französisch

Dienstag, 24. April: 13 Uhr, DFKI: "Quatre à quatre" - Revue de la flotte/Metz. Französisch, Eintritt frei. 19 Uhr, Theater im Viertel (TiV): "Stones in his pockets" - ACT. Englisch. 21 Uhr, Schlosskeller: "Las Tremendas Aventuras de la Capitana Gazpacho" - Los Mutantes. Spanisch

Mittwoch, 25. April: 19 Uhr, TiV: "Pedro y el Capitán" - Compañia del Sur/Gießen. Spanisch. 21 Uhr, Schlosskeller: "Miss Sara Sampson" - Teilnehmer der Lehrveranstaltung "Text & Inszenierung" der Saar-Uni. Deutsch

Donnerstag, 26. April: 19 Uhr, Alte Kirche: "Madonna der Unterdrückten" - Kreuz & Quer/Trier. Deutsch. 21 Uhr, Schlosskeller: "Les Chenilles" - Le Pont. Französisch

Freitag, 27. April: 19 Uhr, Alte Kirche: "Our town / Luxembored? En dokumentaresche Prozess" - edudrame/Luxemburg. 21 Uhr, Schlosskeller: "Bodas de sangre" - LaClínicA/Bonn. Spanisch

Samstag, 28. April: 19 Uhr, Alte Kirche: "4,48 Psychose" - TUM/Metz. Französisch. 21 Uhr, Festsaal VHS: "L'extraordinaire tranquilité des choses" - TUM und Cie Des 4 Coins/Metz. Französisch

Sonntag, 29. April: 13 Uhr, Alte Kirche: "Gloria" - Panama Théâtre/Marseille. Französisch

Infos und Karten im Internet:

Die französischsprachige Theatergruppe "Le Pont" nimmt nicht zum ersten Mal bei GrAFiTi teil.

grafiti-theaterfestival.de