HipHip-Duo Genetikk : Eine saarländische Erfolgsgeschichte

Hinter Voodoomasken verborgene Gesichter und moderner, abwechslungsreicher Straßenrap: Ein Konzept, das ankommt. Das HipHip-Duo Genetikk hat eine große Fangemeinde. Am Freitag tritt es in Völklingen auf.

Zwei Nummer Eins-Alben in Folge - wann gelang das zum letzten Mal einem saarländischen Künstler? Für Genetikk stellte dies kein größeres Problem dar. Das aus Saarbrücken stammende HipHop-Duo stand vor zwei Jahren mit "D.N.A." an der Spitze der deutschen Charts und vor wenigen Wochen erneut mit dem Nachfolgewerk "Achter Tag". Doch wer steckt hinter dem Duo mit den düsteren Masken?

Der 26-jährige deutsch-italienische Rapper Karuzo und der ein Jahr jüngere Produzent Sikk lernten sich während ihrer Schulzeit kennen. Sie stellten schnell fest, dass sie derselbe musikalische Traum vereint. Etwa 2009 formierten sie das Duo Genetikk und veröffentlichten im Jahr darauf das Debütalbum "Foetus", das sie als kostenlosen Download anboten. Schon damals standen sie für realistischen, teils ironischen Straßenrap. Und schon damals versteckten sie ihre wahren Gesichter - mittels einer schwarz-weißen Gesichtsbemalung, die an einen Totenkopf oder einen bösen Clown erinnerte. Laut Karuzo helfe ihnen die Maskerade, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. "Ein Gesicht lenkt im Prinzip immer von den Inhalten ab", sagte er unlängst.

2011 unterzeichneten sie einen Vertrag bei dem Düsseldorfer Indielabel Selfmade Records, über das kurze Zeit später das Album "Voodoozirkus" veröffentlicht wurde. Mit diesem gelang ihnen bereits der Sprung in die Top 10 der deutschen Downloadcharts. Es folgten eine Tournee im Vorprogramm des bekannten Wu-Tang Clan-Mitglieds GZA und eine mit dem saarländischen Rapper DCVDNS sowie der Gruppe 257ERS.

2013 erschien das dritte Album "D.N.A.". Weil sich Genetikk bereits in der HipHop-Szene etabliert hatten, konnten sie renommierte Gäste im Studio begrüßen. So sind auf "D.N.A." der Selfmade Records-Künstler Kollegah ("À La Muerte"), Sido ("Liebs Oder Lass Es") und Wu-Tang Clan-Kopf RZA ("Packets In Den Boots") zu hören. Die Songs ernteten viel Lob und "D.N.A." landete auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Dort konnten die Saarländer, die mittlerweile statt Schminke Voodoomasken tragen, sich zwar nur eine Woche lang halten, aber dieser Erfolg war ihnen nicht mehr zu nehmen. Und darauf ausruhen wollten sie sich nicht. Sie tourten fleißig, gründeten das Modelabel HIKIDS 1991 und das Studio Factory, in dem ihr zweites Nummer Eins-Album "Achter Tag" entstand.

Am Freitag werden sie auf dem "Urban Art! HipHop Festival" in Völklingen ihren Tourauftakt feiern. Das Duo, das modernen, abwechslungsreichen Straßenrap ohne Mainstream-Anbiederung zelebriert, hat sich etabliert. Dafür sprechen eine ausverkaufte Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, Cover-Storys, Auftritte auf den größten Festivals und eine knappe halbe Million Facebook-Fans. Live auf dem "Urban Art! HipHop Festival" am 17. Juli, ca. 22 Uhr, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Mixery Mainstage, Erzplatz).

urbanart-festival.de