Eine Reise zur Wiege der Freundschaft

Tina Ebiashvili und Irakli Rukhadze leben schon seit vielen Jahren in Saarbrücken. Wenn sie an ihre Heimat denken, kommen sie schnell ins Schwärmen und haben jede Menge Tipps für Touristen.

 Die Thermen gaben der Stadt ihren Namen.
Die Thermen gaben der Stadt ihren Namen.
Eine Reise zur Wiege der Freundschaft

Wer in die georgische Hauptstadt kommt, dessen erster Weg sollte dahin führen, wo der Name Tbilissis herkommt, sagt Irakli Rukhadze: zu den historischen Schwefelbädern im Herzen der Altstadt. Wegen der dort sprudelnden Quelle, erklärt er, "wurde aus dem kleinem Ort die Hauptstadt. "Tbili" stehe für "warm" "ssi" für Quelle.

"Die heißen Schwefelquellen werden hier seit über 700 Jahren genutzt. Derzeit gibt es hier zehn derartige Bäder. Die ältesten davon stammen noch aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts", sagt die Kulturmanagerin Tina Ebiashvili. Man kann bei 36 bis 47 Grad baden.

"Direkt von den Bädern führt eine Schlucht in den wunderschönen botanischen Garten", schwärmt Irakli. Wie seine Landsfrau Tina empfiehlt er, sich für die Altstadt Zeit zu nehmen. Für die Gassen mit Cafés, Bars und Restaurants mit schönen Terrassen und sehr viel Live-Jazz-Musik. Auch das Marionetten-Theater von Reso Gabriadze müsse man unbedingt besuchen - und das theatereigene Restaurant. "Einmalig in jeder Hinsicht", verspricht Irakli, der am St. Johanner Markt in Saarbrücken ein georgisches Restaurant betreibt.

Wenn man den Fluss über die gläserne Friedensbrücke passiert, landet man in "einem Park mit tanzendem und singendem Brunnen", erzählt Irakli. Ein Muss sei auch die Rustaweli-Straße, die Hauptstraße von Tbilissis mit dem Gouverneurspalast und dem Rustawelitheater. Dieses Theater sei die Wiege der Städtepartnerschaft zwischen Saarbrücken und Tbilissi, sagt Irakli. Im Tbilisser Theater wurde Brechts "Guter Mensch von Sezuan" geprobt. Iraklis Vater hatte den Text ins Georgische übersetzt. Und im Theater und dann bei Irakli zuhause war Hermann Wedekind, der Intendant des Saarbrücker Theaters. Man hat sich angefreundet.

Nach den Theaterleuten kamen Politiker aus Saarbrücken. 1975 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Tbilissi und Saarbrücken besiegelt. Die "Blaue Galerie, das älteste Opernhaus im Kaukasus und das Staatsmusuem mit seinen Schätzen aus 8000 Jahren Geschichte" müssen sich Tbilissi-Besucher aber auf jeden Fall auch anschauen, rät Irakli.

Tina Ebiashvili setzt auf die "Muss man gesehen haben" noch die Sioni-Kathedrale, die Metechi-Kirche, die Sameba-Kathedrale und die "Große Synagoge". Und die Festung Narikala. Zu dieser Festung kann man von den Bädern in der Altstadt aber auch einfach nur hochschauen. "Da Tbilissi in einem Kessel liegt", sagt Irakli, gebe es von überall in der Innenstadt "einen tollen Ausblick gratis dazu".