| 00:00 Uhr

„Eine prägende Landmarke an der Stadtautobahn“

Den markanten Riegel an der Stadtautobahn kennt jedes Kind, aber wie charmant das ehemalige Kultusministerium von innen ist, zeigt dieses Foto vom Foyer mit dem herrlichen Blick auf den Park. Foto: Heiko Lukas
Den markanten Riegel an der Stadtautobahn kennt jedes Kind, aber wie charmant das ehemalige Kultusministerium von innen ist, zeigt dieses Foto vom Foyer mit dem herrlichen Blick auf den Park. Foto: Heiko Lukas FOTO: Heiko Lukas
Saarbrücken. Der vom Verfall bedrohte Pingusson-Bau hat viele Fürsprecher im Land. Jetzt will der neu formierte Saarbrücker Städtebaubeirat weitere Mitstreiter finden. In einem offenen Brief wendet sich der Beirat, unterstützt von mehreren Organisationen, an die Mitglieder des Saarbrücker Stadtrates. red

. Der Saarbrücker Stadtrat soll sich an der Diskussion um den Erhalt des Pingusson-Baus beteiligen. Das ursprünglich nach dem Krieg als französische Botschaft gebaute Gebäude mit dem markanten Querriegel an der Stadtautobahn, steht seit dem Auszug des Kultusministeriums leer und ist vom Verfall bedroht. In einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates hat sich nun der Saarbrücker Städtebaubeirat unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Luca Kist einer Initiative zur städtebaulichen Bedeutung der ehemaligen französischen Botschaft angenommen. Wir drucken den Brief in Auszügen ab: "Die öffentliche Diskussion über die Zukunft der ehemaligen französischen Botschaft wird seit mehreren Jahren kontrovers und zum Teil streitbar geführt. Eines jedoch vereint Gegner und Befürworter gleichsam: Sie beziehen Stellung und bekennen sich. Dass es sich bei dem von Georges-Henri Pingusson errichteten Gebäude um ein zeitgeschichtliches Baudenkmal von herausragender Bedeutung handelt, ist historisch und funktional immanent. Der Städtebaubeirat in der Landeshauptstadt Saarbrücken , der sich seit mehr als 20 Jahren u. a. um den Werterhalt der Stadträume bemüht, setzt sich für die Bewahrung des geschichtsträchtigen Gebäudes ein. Dabei richtet sich unser Blick nicht nur auf den Gebäudekomplex und seine architektonische Gestalt. Als signifikante Landmarke an der Stadtautobahn prägt dieses Gebäude wie kein anderes die Einfahrt zur Stadtmitte Unterstützt durch den Architekten- und Ingenieurverein Saarland, den Deutschen Werkbund Saar, den Bund Deutscher Architekten und durch die Stiftung Baukultur Saar will der Städtebaubeirat die Debatte um den Erhalt des Gebäudes befördern und lädt die Stadtratsmitglieder ein, am Diskurs teilzunehmen. "Nur durch die Beteiligung aller Protagonisten kann eine ausgewogene und vorurteilsfreie Diskussionskultur gepflegt werden", heißt es in dem Brief weiter. Und: "Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie sich in naher Zukunft in die Diskussion einbringen und mit Ihrer baukulturellen Stimme zum Erhalt des Gebäudes beitragen." Verbunden mit dem Schreiben ist das Angebot des Städtebaubeirates und der mitunterschreibenden Berufsverbände, den Ratsmitgliedern als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen.

Die erste für jedermann öffentliche Sitzung des neu formierten Städtebaubeirates der Landeshauptstadt Saarbrücken findet statt am Dienstag 16. Juni, 17 Uhr, im Festsaal des Saarbrücker Rathauses.