Eine kulinarische Weltreise

Die Winteredition des Street Food Festivals verlief anders als geplant. Der starke Regen vertrieb den einen oder anderen Besucher. Dabei gab es von Maultaschen bis hin zu Heuschrecken allerlei zu verkosten.

 Auch Heuschrecken standen auf dem Speiseplan.
Auch Heuschrecken standen auf dem Speiseplan.

. Eine Weltreise mit dem Schiff kann ungemütlich werden. Sturm, Wind und Regen hat dabei wohl niemand gerne zum Begleiter. Manchmal lässt es sich trotzdem nicht vermeiden. Das galt auch für die kulinarische Weltreise bei der Winteredition des Street Food Festivals. Das am Samstagnachmittag einsetzende Unwetter schlug viele Besucher des Saarbrücker Bürgerparks in die Flucht.

Zum zweiten Mal fand am vergangenen Wochenende das Festival statt, bei dem es kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt zu entdecken gab. Diesmal waren es 31 Verkaufsstände, die die hungrigen Gästen für drei Euro Eintritt mit mehr als 150 Leckereien aus 20 Ländern versorgten. Dabei war für jeden etwas dabei, von "Maultaschen à la Currywurst" über essbare Mehlwürmer und Heuschrecken bis zum klassischen Burger. "Bei dem Angebot ist es schwer, sich zu entscheiden", sagte die 23-jährige Kathrin aus St. Ingbert. Ihrer Freundin Nathalie, Veganerin, fiel das etwas leichter: Nur vier Stände boten vegane Mahlzeiten an. "Damit habe ich immer noch mehr Auswahl, als sonst in der ganzen Stadt", sagt sie. Einer der veganen Stände war der World-Food-Trip. Unter dessen Vordach hatten sich die beiden geflüchtet, um dem Regen zu entkommen. "Es ist blöd, dass es so wenige Möglichkeiten gibt, sich unterzustellen. Und ein paar Holzplanken wären nicht schlecht", sagte Nathalie und schaute auf ihre Schuhe.

Den World-Food-Trip betreiben Tobias Klever und seine Frau Walaa. Die beiden Blieskasteler bieten mit ihrem Startup vegane Wraps an und sind mit ihrem Wagen auf Festen im ganzen Saarland unterwegs. Ab Februar machen sie dauerhaft Station vor einem Blieskasteler Bioladen. Die Teilnahme am Street Food Festival war für sie eine Selbstverständlichkeit. "Es macht den Leuten deutlich, dass es auch Stände gibt, die etwas anderes als die klassische Bratwurst oder Crêpes verkaufen", sagte Tobias. Sein Wunsch ist es, dass der Gedanke des Festivals auch Einzug in den Alltag hält. Dafür hat er viele Ideen: Man könne zum Beispiel das Konzept des Wochenmarkts reformieren, ihn zeitlich etwas nach hinten verschieben und um Stände erweitern, die Essen verkaufen, erklärt er. "In der Hinsicht würden wir uns von der Stadt etwas mehr Kooperationsbereitschaft wünschen", sagte Walaa. Zumindest unter den Standbetreibern des Festivals gab es die. "Hier gibt es keine Konkurrenz, denn jeder bietet ja sein ganz individuelles Produkt an", so Florian Rülke von "Flo?s finest Hotdogs Foodtruck". Auch er zeigte sich unglücklich über das Wetter: "Am Anfang war so viel los, dass wir dachten, wir hätten nicht genug Zutaten dabei. Dann kam der starke Regen ." Zumindest blieb so mehr Zeit, sich mit Kollegen von anderen Ständen auszutauschen. Der Losheimer Florian Rülke sah es positiv: "Am Ende kann man sagen, dass man auch das gemeinsam gepackt hat."