Eine Erfolgsgeschichte, die Leben rettet

Am 17. September findet der Weltstammzellspendertag statt. Die Stefan-Morsch-Stiftung aus Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei in Deutschland. Sie feiert ihr 30-jähriges Bestehen.

Schätzungsweise 11 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Leukämie . Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht mehr ausreichen, hilft oft nur noch eine Stammzellspende. Die Stefan-Morsch-Stiftung wirbt seit ihrer Gründung im Jahr 1986 dafür, dass sich gesunde Menschen typisieren lassen. Mit knapp 400 000 registrierten Spendern ist sie eine der größten Spenderdateien in Deutschland.

Die Gründung der Stiftung geht auf die Idee des 16-jährigen Stefan Morsch zurück, der selbst an Leukämie erkrankte. Sein Ansinnen war es, allen Leukämiekranken eine Chance auf Heilung zu geben. Stefan Morsch war der erste Europäer, dem fremdes Knochenmark transplantiert wurde. Der Weg bis zur Transplantation war nicht einfach. Und obwohl die Transplantation erfolgreich verlief, musste die Familie ein halbes Jahr später von Stefan Morsch Abschied nehmen. Er starb an den Folgen einer Lungenentzündung.

Seine Eltern, Emil und Hiltrud Morsch, gründeten daraufhin die Stefan-Morsch-Stiftung, die seither über ein weltweites Netzwerk die Suche nach einem Spender koordiniert und außerdem Patienten und Angehörigen unbürokratisch in allen Lebenslagen hilft. Denn nicht nur die Transplantation, sondern auch das Leben nach dem Eingriff muss der Situation angepasst werden.

In Idar-Oberstein konnte durch die finanzielle Unterstützung der Stefan-Morsch-Stiftung 1994 eine Klinik für Knochenmarktransplantation gegründet werden. Weitere Transplantationseinheiten entstanden in der Charité in Berlin (1999) und in Flensburg (2011). Heute werden fast täglich potenzielle Spender vermittelt. Hunderten Leukämie- und Tumor-Kranken konnte so bereits das Leben gerettet werden.

Was eine Stammzellspende bewirken kann, erzählt am Weltstammzellspendetag die Geschichte von Melanie Konrath. Die Frau aus dem Kreis Birkenfeld konnte mit ihrer Spende das Leben einer südafrikanischen Patientin retten.

2005 erhielt Melanie Konrath die Nachricht, dass ihr "genetischer Zwilling" Hilfe braucht. "Ich habe mich gefreut", erzählt die heute 39-Jährige. Sie will mit ihrer Geschichte Menschen dazu motivieren, Stammzellspender zu werden. "Wer es nicht für andere tun will, der sollte es in jedem Fall für sich tun", sagt sie. In wenigen Worten berichtet sie von der Knochenmarkspende, bei der ihr Beckenkamm unter Vollnarkose punktiert wurde: "Die Aufklärung und die Voruntersuchungen waren sehr intensiv. Nach der Spende hatte ich nur für ein paar Tage einen Druckschmerz an der Einstichstelle. Nichts Schlimmes." Wichtiger war ihr, zu wissen, ob die Transplantation gut geklappt hat. Heute führt die südafrikanische Empfängerin wieder ein fast normales Leben.

Zum Weltstammzellspendetag am 17. September veranstaltet die Stefan-Morsch-Stiftung ab 11 Uhr ein Symposium für Mediziner und medizinisches Fachpersonal an ihrem Sitz in Birkenfeld.

stefan-morsch-stiftung.de