Ein Weihnachts-Puma für Saarbrücken

Saarbrücken · In Salzburg war er ein Star. Er wurde am 24. Dezember geboren und war ein richtig süßes Tierbaby: der Puma Maxxum. In Saarbrücken entwickelt das Puma-Männchen noch keine Starallüren – was daran liegt, dass ausgewachsene Pumas nicht mehr ganz so süß sind. Außerdem ist sein „Wohnzimmer“ noch nicht fertig.

 Der Puma Maxxum beim ersten öffentlichen Auftritt in Salzburg im Januar. Foto: Zoo Salzburg

Der Puma Maxxum beim ersten öffentlichen Auftritt in Salzburg im Januar. Foto: Zoo Salzburg

Foto: Zoo Salzburg
 So sieht das ein Jahr alte Puma-Männchen heute aus. Foto: LHS/Zoo

So sieht das ein Jahr alte Puma-Männchen heute aus. Foto: LHS/Zoo

Foto: LHS/Zoo

Vergangenes Jahr an Weihnachten mussten der Saarbrücker Zoodirektor Richard Francke und sein Team Abschied nehmen: Der schwarze Jaguar war so krank, dass er eingeschläfert werden musste. Knapp ein Jahr später ist neues Leben eingekehrt ins ehemalige Refugium des Jaguars: Am 27. November wurde der knapp ein Jahr alte Puma Maxxum dort einquartiert.

Dass der Zoo den Neuzugang aus dem Zoo von Salzburg zunächst nicht offiziell bekannt gegeben hatte, liegt daran, dass vom Puma zurzeit wenig zu sehen ist, erklärte Francke auf Anfrage. Der Zoo nutzt nämlich die Winterzeit, in der deutlich weniger Besucher kommen als sonst, um den Eingang neu zu gestalten. Und dort liegt auch das Gehege des Pumas.

Weil es kein Interesse mehr gebe, das Zoo-Restaurant zu pachten, kommt dort jetzt die Kasse hin. Daneben entsteht ein Raum für die Zooverwaltung in direkter Nachbarschaft des Puma-Geheges, das bei der Gelegenheit auch renoviert wird. Wer in diesen Tagen den Zoo besucht, müsse Glück haben, um den Puma im Gehege zu erspähen. Bis spätestens an Ostern sollen aber alle Bauzäune beseitigt und das Häuschen, in das sich der Puma zurückziehen kann, wieder für Besucher geöffnet sein.

Vielleicht hat Francke bis dahin auch eine Gefährtin für Maxxum gefunden. Der Saarbrücker Zoo hat sich um das Puma-Männchen nämlich beworben, um Nachwuchs züchten zu können.

Pumas seien bei Zoobesuchern nicht die beliebtesten Großkatzen, sagt Francke. Löwen, Tiger oder Jaguare gelten als attraktiver. "Deshalb werden Pumas kaum noch gezüchtet", sagt er. Gerade deswegen wollte Francke den Puma - und sucht nun in französischen Zoos nach einem Weibchen. Mit etwas Glück, sagt Francke, gibt es also im übernächsten Jahr Puma-Nachwuchs in Saarbrücken .

In Freier Natur kommt der Puma in Nord- und Südamerika vor und war einst das Säugetier mit der weitesten Verbreitung auf dem Doppel-Kontinent - vom Süden Kanadas bis in die Spitze Südamerikas. In Nordamerika wurde er jedoch in weiten Teilen ausgerottet, dank verschiedener Schutzmaßnahmen hat sich der Bestand aber wieder etwas erholt.

Rund 2,2 Millionen Euro Verlust wird der Saarbrücker Zoo im kommenden Jahr machen. Dennoch ist das Konzept, das er neulich dem Stadtrat vorgelegt hat, für Zoo-Geschäftsführer Wilhelm Brixius ein "Erfolgsplan". Mit Hilfe des Zoo-Wirtschaftsplans will Brixius den Zoo, der mit rund 200 000 Besuchern jährlich ein Aushängeschild der Stadt ist, weiter voranbringen.

Dazu, das hat der Stadtrat abgesegnet, darf der Zoo weitere Verluste machen. Rund 5,3 Millionen Euro bis Ende 2019.

Zwischen 2017 und 2019 wird der Zoo rund eine halbe Million Euro in ein Freigehege für Sibirische Tiger investieren. 2016/2017 soll für 100 000 Euro ein Antilopengehege gebaut werden. Der Umbau des Zooeingangs ist bis Ende 2016 mit einer knappen Million Euro veranschlagt. Fürs Flamingogehege gibt der Zoo 2016 60 000 Euro aus, für eine Savannenlandschaft 2017 und 2018 eine halbe Million Euro . 2015 gibt es 300 000 Euro für die Jaguaranlage. Außerdem werden in den kommenden Jahren rund 640 000 Euro ins Afrikahaus und kleinere Beträge in technische Anlagen und Spielplätze investiert.

Der Zoo ist an Silvester von 9 bis 12 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen von 9 bis 17 Uhr.

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