Ein Verein für den Sportpark

Die große Fläche oberhalb des Kieselhumes-Stadions müsse für sportliche Betätigung reserviert bleiben. Eine Bebauung würde sie dem Sport für immer entziehen, so die Chefs der Leichtathletikvereine SV schlau.com Saar 05 und LAZ. Sie erwägen die Gründung eines dritten Vereins, um den „Sportpark“ zu schaffen.

Wenn sich zwei Vereinsvorsitzende zusammensetzen, kommt was heraus? Ein dritter Verein! Dr. Walter Hort vom SV schlau.com Saar 05 und Achim Hachenthal vom Leichtathletik Zentrum (LAZ) Saarbrücken spielen mit dem Gedanken, den Verein Sportpark Kieselhumes ins Leben zu rufen. Er soll die personelle, organisatorische und finanzielle Basis bilden, um die große Freifläche oberhalb des Kieselhumes-Stadions für den Sport zu erhalten.

Nach den derzeitigen Plänen der Stadt und eines Investors soll dort ein großes "Sport- und Therapiezentrum" mit Hotel entstehen. Hort und Hachenthal könnten sich zwar vorstellen, dass dieses Projekt sogar mit einer sportlichen Nutzung vereinbar sei, doch dazu müsste das Bauvolumen gegenüber der bekannten Planung zurückgenommen werden. Sie wollen bei Politik und Verwaltung dafür werben, dass dem Sport möglichst viel Freiraum bleibt und so wenig wie möglich gebaut wird.

Die Vereinsvorsitzenden nannten im Gespräch mit unserer Zeitung zwei Ziele. Erstens wollen sie die Kieselhumes-Anlage, die als einzige im Saarland über eine Tartan-Laufbahn mit acht Bahnen verfügt, meisterschaftstauglich erhalten und auch stärker für Großereignisse nutzen.

Viel Platz für Meisterschaften



So soll in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Leichtathletik Bund (SLB) wieder eine deutsche Jugend- oder Junioren-Leichtathletikmeisterschaft an die Saar geholt werden. Dazu ist es erforderlich, dass sich die Athleten auf einem Nebenplatz aufwärmen und einstimmen können. Diese Möglichkeiten sollen auf der Freifläche geschaffen werden. Zweitens wollen die Funktionäre auf dem Areal einen Sportpark für die Bevölkerung einrichten. So sollen etwa eine Finn-Laufbahn aus Baumrinde für gelenkschonendes Fortbewegen, ein Beach-Volleyballfeld, Basketballkörbe und ein Multifunktionsplatz mit Fitnessgeräten angelegt werden.

Hort und Hachenthal haben die Haushaltsnotlage der Landeshauptstadt bereits in ihre Überlegungen einbezogen. Der eigens zu gründende Verein würde nach ihren Vorstellungen die Fläche von der Stadt pachten und sich um die Pflege und den Betrieb kümmern. Hort und Hachenthal sehen ihre Pläne in bestem Einvernehmen mit den Nachbarn des Wohngebietes. Die immer wieder zu hörende Unterstellung, die Anwohner seien allergisch gegen Sportlärm, sei nicht zutreffend, so Hachenthal, der selbst dort lebt. Die Beschwerden hätten sich gegen überlaute Musik, Fanfaren und Durchsagen bei einzelnen "Events" gerichtet, nicht gegen die üblichen Sportgeräusche.

Im Übrigen gehe der Trend bundesweit dahin, die Lärmschutzregeln für Sportanlagen zu lockern, um den Sport nicht an den Rand der Städte zu verdrängen. Wie berichtet (SZ vom 8. Juli 2014) hatte auch die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) sich für eine solche Liberalisierung eingesetzt.

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