Ein TV-Kommissar als Topfgucker

Saarbrücken. Wenn einer in die Töpfe schaut, der kann ganz schön was erleben. Der saarländische Schauspieler Gregor Weber, besser bekannt als Tatort-Kommissar Deininger, hat sich aufgemacht, die deutschen Profi-Küchen zu erkunden. Heraus kam ein knapp 300 Seiten starkes Buch, das im Oktober unter dem Titel "Kochen ist Krieg" erscheint

Saarbrücken. Wenn einer in die Töpfe schaut, der kann ganz schön was erleben. Der saarländische Schauspieler Gregor Weber, besser bekannt als Tatort-Kommissar Deininger, hat sich aufgemacht, die deutschen Profi-Küchen zu erkunden. Heraus kam ein knapp 300 Seiten starkes Buch, das im Oktober unter dem Titel "Kochen ist Krieg" erscheint. Ein "Frontbericht" von Schauplätzen des täglichen Küchenkampfs, von der Pizzeria in Westfalen bis zum noblen Drei-Sterne-Restaurant in Perl-Nennig.

Der TV-Kommissar als Topfgucker? Wenige wissen, dass der als Sohn Stefan in der Comedy-Serie "Familie Heinz Becker" groß gewordene Schauspieler einen anerkannten Berufsabschluss als Koch hingelegt hat. Und das nicht irgendwo, sondern in Kolja Kleebergs Berliner Edel-Schlemme "VAU". Dass professionelles Kochen einen permanenten "Kriegszustand" bedeutet, hat man ihm gleich zu Anfang seiner Ausbildung klar gemacht: ein ständiger Kampf um die Gunst der Feinschmecker und um die Rendite, gegen misslaunige Kollegen und den eigenen inneren Schweinehund.

Der eigenen Ausbildung ist denn auch das erste Kapitel von Webers Buch gewidmet. In den weiteren Etappen des kulinarischen Wehrberichtes besucht der Mime tapfere Küchensoldaten in den unterschiedlichsten Lagen und findet vor allem viel Positives: "In deutschen Profiküchen wird überwiegend sehr gut und ehrlich gekocht."

Ursprünglich als realitätsnahe Dokumentarfilmreihe vorgesehen, gelangten Webers Küchen-Einblicke zwischen die Buchdeckel. Ein Jahr lang besuchte er die Kollegen quer durch die Republik, war so auch Gast in der Kombüse der Marine-Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern", die mit einem Etat von 5,50 Euro pro Person täglich vier Mahlzeiten für die Kameraden herbeizaubern muss. Dagegen kann der Küchenchef im präsidialen Schloss Bellevue so richtig aus vollen Töpfen schöpfen, während Drei-Sterne-Koch Christian Bau im Restaurant Schloss Berg täglich einen Spagat zwischen höchster Qualität und einem noch erträglichen Preisniveau schaffen muss.

Webers Fazit: "Je anspruchsvoller die Küche, desto härter die Arbeit." So wühlt sein kulinarischer Kriegsbericht nicht in den Schmuddelzonen der Branche, sondern ist liebevolle Hommage an einen männlich dominierten Berufsstand, der vielfach unter harten Arbeitsbedingungen Großes leistet und an den unterschiedlichsten Kampf-Herden durchaus männerbündische Züge einer militärischen Einheit tragen kann.

Gregor Weber: Kochen ist Krieg! Piper, 288 S., 19,95 €; Buchvorstellung am Mittwoch, 7. Oktober, ab 19 Uhr in der saarländischen Landesvertretung in Berlin.

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