Ein Schluck Wasser aus der Region

Bald soll es in ausgewählten Restaurants Wasser aus der Niederwürzbacher „Heimatquelle“ geben. So der Plan des Wasser-Sommeliers Thomas Mück. Die Ortsvorsteherin ist „völlig überrascht“.

Wird demnächst in den guten Lokalen der Region Wasser aus einer Niederwürzbacher Quelle zum feinen Essen kredenzt werden? Geht es nach Thomas Mück, könnte dies spätestens ab etwa Anfang Februar der Fall sein. Der aus Saarbrücken stammende Mück ist ausgebildeter Wasser-Sommelier, und er selbst sagt: "Wasser ist meine Leidenschaft." Seit Jahren schon beschafft sich Mück sein Wasser von der Lourdes-Grotte im Kirkeler Tal. Diese Wasserquelle hatte bereits vor einigen Jahren viele Bürgerinnen und Bürger angezogen, dort wurde das Wasser kistenweise abtransportiert.

Eine frühere Anfrage unserer Zeitung zur "besonderen" Wasserqualität wurde seinerzeit von der Stadtverwaltung sinngemäß so beantwortet: Gutes Quellwasser, leicht durch den Oberlauf der Quelle verschmutzt, aber ansonsten nichts Besonderes. Doch Mück ist fasziniert von dem Wasser, es sei unvergleichlich gut. Zudem liege ihm etwas an der Nachhaltigkeit: "Oft wird das Wasser, das wir in den Lokalen zu trinken bekommen, über Hunderte oder gar Tausende Kilometer transportiert. Und hier haben wir das beste Wasser vor der Haustür", unterstreicht der Wasser-Experte.

"Die hohe Qualität der Heimatquelle wird regelmäßig von einem unabhängigen Institut kontrolliert und der hervorragende Geschmack von deutschen Wassersommeliers bestätigt." Dies stellt Mück auf seiner Homepage fest. Man könne sich "von der geschmacklichen Reinheit und der Ursprünglichkeit dieses Quellwassers überzeugen". Als Unternehmen aus dem Bliesgau möchte Mück mit dem Projekt "Heimatquelle" einen aktiven Beitrag zum Erhalt heimischer Naturlandschaften leisten. Heimatquelle werde in ausgewählten regionalen Restaurants angeboten und sei eine klimafreundliche Alternative zu "weit gereistem" Wasser. So weit also die Philosophie des Wasser-Sommeliers.

"Völlig überrascht" zeigte sich Niederwürzbachs Ortsvorsteherin Petra Linz von der Idee. Mück sei zwar bei ihr schon vorstellig geworden, aber sie habe das nicht entscheiden können. Auch sei sie nicht einverstanden, dass nun ein Waldweg zur Quelle geschottert werden müsse. Alles nur halb so schlimm, kontert "Wald"-Beigeordneter Georg Wilhelm und auch Förster Helmut Wolf. "Die einen kochen Biosphären-Marmelade, andere füllen Wasser an einer Quelle ab", sagt Helmut Wolf. Er findet die Idee angesichts der Vermarktung von Biosphären-Produkten sehr interessant. Im Gestattungsvertrag der Stadtverwaltung, in dem die "Schürfrechte" geklärt sind, steht zudem, dass die Entnahme des Wasser an der Quelle in der Nähe des "Tanzplatzes" nur erfolgen darf "unter der Maßgabe der von der zuständigen Fach- und Genehmigungsbehörden erteilten Auflagen und Bedingungen". Mück dürfe die Quelle "ausschließlich zum Abfüllen von Wasser in dafür geeigneten Verhältnissen in dafür geeigneten Behältnissen in üblichem Maße nutzen". Ausdrücklich, so bestätigte das auch Stadtbeigeordneter Georg Wilhelm, dürfe an der Quelle keine Abfüllanlage aufgebaut werden. Mück füllt also das Wasser der Quelle sozusagen "von Hand" in Flaschen ab, die zuvor in Saarbrücken gereinigt wurden. Der Vertrieb erfolgt von einem Lager in Seelbach aus. Beim runden Geburtstag eines Niederwürzbacher Geschäftsmannes, so ließ Mück wissen, habe man am vorigen Sonntag im privaten Rahmen eine erste Verkostung vorgenommen.

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