Ein Oboen-Talent geht nach China

Als eine der ersten Studentinnen der Hochschule für Musik Saar (HfM) verbringt Stephanie Schwartz ein Semester am China Conservatory of Music in Peking. Der ehemalige HfM-ler Lu Tang wird sie unterrichten.

Wenn Stephanie Schwartz, Studentin an der Hochschule für Musik Saar (HfM), im kommenden Wintersemester ein Gast-Studium am China Conservatory of Music in Peking absolviert, schließt sich ein Kreis: Ihr Lehrer vor Ort wird Professor Lu Tang sein. Er hat wie sie in der Oboen-Klasse von Professor Armin Aussem an der Hochschule für Musik Saar studiert.

Das Treffen dieser zwei Oboen-Generationen ermöglicht ein Kooperationsabkommen, das die HfM im letzten Jahr mit der hoch angesehenen chinesischen Musikakademie abgeschlossen hat. Lu Tang, Professor für Oboe und Kammermusik am China Conservatory, freut sich auf seine Saarbrücker Gast-Studentin, die er persönlich kennt - und ist überdies voll des Lobes über ihren gemeinsamen Lehrmeister: "Armin Aussem hat mir alle Feinheiten des Oboen-Spiels beigebracht, das Herausarbeiten der Tonfarben, die saubere Luftführung und darüber hinaus auch, wie man hochwertige Oboen-Rohre baut. Mit seinem tiefen musikalischen Verständnis hat er mir wertvolle theoretische Kenntnisse beigebracht, und vor allem hat er meine Liebe zur Barock-Musik geweckt. Was Armin aber ganz besonders auszeichnet: Er ist wie ein Papa zu seinen Studenten und kümmert sich schlichtweg um alles!"

Diese fürsorgliche Lehr-Philosophie seines ehemaligen Professors hat sich Lu Tang für seine eigene Unterrichtspraxis zum Vorbild genommen. Überhaupt ist er zutiefst überzeugt von dem umfassenden Ausbildungssystem an den deutschen Musikhochschulen. Die chinesischen Verhältnisse möchte er gerne daran anpassen. Die HfM hat Lu Tangs Ansicht nach besonders viel zu der qualitativen Aufwertung der Musik in China beigetragen: "Eine ganze Reihe von HfM-Absolventen bekleiden heute bedeutende Positionen im chinesischen Musikleben - mehr als von jeder einzelnen anderen deutschen Musikhochschule."

Seine Gast-Studentin Stephanie Schwartz wird im September nach China aufbrechen. Gemeinsam mit der Violinistin Katharina Ginkel ist sie die erste HfM-Austauschstudentin am China Conservatory. Die beiden Studentinnen teilen sich auf dem Campus ein kleines Appartement und freuen sich auf die Begegnung mit der chinesischen Kultur und der asiatischen Lebensart. Beide wollen sich neben ihrem Pflichtprogramm auch mit traditioneller chinesischer Musik beschäftigen und, zumindest in Grundzügen, sogar die Landessprache erlernen.