Ein Nigerianer mit doppelter Chance auf den WM-Sieg

Im Saarland haben Bürger aus allen Nationen, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien vertreten sind, ihr Zuhause. Die Saarbrücker Zeitung stellt einige dieser Menschen in einer Serie vor. Heute: Nigeria.

Ugo Ifeakor verfolgt jedes WM-Spiel Nigerias mit. Foto: Völke. Foto: Völke

Trotz ihrer 2:3-Niederlage gegen Argentinien hatten die 96 Nigerianer, die im Saarland leben, am Mittwoch Grund zur Freude: Im WM-Achtelfinale trifft die Mannschaft heute auf Frankreich. "Ich hoffe, dass wir weiter kommen - aber dafür müssen wir noch ein bisschen stärker werden", sagt Ugo Ifeakor. Der 53-Jährige stammt aus Owerri im Südosten des Landes und kam vor 23 Jahren nach Saarbrücken, um hier zu arbeiten und zu leben. Heute ist er selbständig und hat eine Firma für Transporte und Umzüge. "Ich fühle mich hier zuhause", sagt er. Das Heimweh nach Nigeria ist auszuhalten. "Ich telefoniere jede Woche mit meinen Eltern und fliege zwei Mal im Jahr nach Nigeria." Zudem ist er Präsident des Vereins "Nigeria Union Saarland ".

Früher spielte Ifeakor auch selbst hobbymäßig Fußball . Heute beschränkt sich seine Leidenschaft für die Sportart darauf, die Spiele vor dem Fernseher mitzuverfolgen. Auch die WM sieht er am liebsten zuhause mit seiner Familie. Auch in Nigeria würden die Partien der Nationalelf oft auf großen Leinwänden auf öffentlichen Plätzen übertragen. "Dazu gibt es scharf gewürztes Fleisch und Bier", erzählt der 53-Jährige. Die bisher größten WM-Erfolge seiner Nationalelf waren übrigens die Achtelfinal-Qualifikationen 1994 und 1998, wo sie gegen Italien und Dänemark verlor. Falls Nigeria beim aktuellen Turnier auf Deutschland treffen sollte, sei er natürlich für sein Heimatland, überlegt Ifeakor. Doch wenn Nigeria gegen Jogis Elf verlieren würde, würde er auf die Seite der deutschen Mannschaft wechseln. "Dann habe ich noch eine zweite Chance, die WM zu gewinnen", sagt er mit einem Grinsen.

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