Ein neues Oberhaupt für die Freiwillige Feuerwehr Saarbrücken

Ein neues Oberhaupt für die Freiwillige Feuerwehr Saarbrücken

Für zwei Jahre haben die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken den Klarenthaler Willi Wagner zu ihrem Leiter gewählt. Dann rückt er in die Alterswehr. Davor will er aber die vielen Aufgaben besser verteilen.

Zum Schluss hat er die Notbremse gezogen. Kurz vor Halbzeit seiner Amtszeit als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken hat Markus Rosenberger sein Amt zum 30. September niedergelegt. Sein Tag hätte deutlich mehr als 24 Stunden gebraucht, um Beruf und Ehrenamt ausüben zu können. In der St. Arnualer Scharnhorsthalle haben die freiwilligen Feuerwehrleute also einen Nachfolger gewählt.

Die Versammlung der aktiven Feuerwehrleute aus den Saarbrücker Löschbezirken wählte den Klarenthaler Willi Wagner mit überwältigender Mehrheit zu ihrem neuen Wehrführer. Von 341 Stimmen entfielen 221 auf den 63-jährigen Wagner. Thomas Quint, der ebenfalls kandidiert hatte, bekam 93 Stimmen. Wagner hatte erst im Sommer sein Amt als Führer des Saarbrücker Löschabschnittes West nach "einer gefühlten Ewigkeit" abgegeben. Sein Alter bedingt es, dass er nur zwei Jahre Wehrführer bleiben kann. Denn mit 65 rückt er in die Alterswehr, scheidet aus der Aktivenwehr und damit aus dem Führungsamt aus. Anders als Vorgänger Rosenberger kann sich Wagner bald voll auf das Ehrenamt konzentrieren: "Am 31. Dezember ist für mich Schluss bei der Stadt". Dann wird der technische Leiter in den Ruhestand versetzt, der zunächst alles andere als ruhig wird. Seine Sorge: "Ich musste beobachten, wie in den letzten Jahren bundesweit viele Feuerwehrleute in Führungspositionen frühzeitig aufhören mussten." Seine große Aufgabe sieht er also darin, die vielfältigen Aufgaben besser zu verteilen. In der jetzt erweiterten Führungsriege ist der amtierende Löschabschnittsführer im Saarbrücker Osten Willi Hartz neuer Stellvertreter des Wehrführers.

Mit Hans-Werner Schmitz, Löschbezirksführer in Gersweiler, steht Wagner ein weiterer Stellvertreter zur Seite. Schmitz war vor genau drei Jahren zu Rosenbergers Stellvertreter gewählt worden und wird sein Ehrenamt weiterhin ausüben. Für Wagner noch nicht genug. Zum Führungsteam zählt er noch die Löschabschnittsführer Dieter Dillschneider (Mitte), Stefan Busche (West), Ralf Haag und Jugendvertreterin Sabrina Adam. Auch Vorgänger Rosenberger will sich weiter einbringen: "Im Rahmen meiner Möglichkeiten bleibe ich der freiwilligen Feuerwehr selbstverständlich erhalten."

Der Wehrführer ist laut Brand- und Katastrophenschutzverordnung Leiter der Stadtfeuerwehr und wird in der Regel auf sechs Jahre gewählt. Als Vorgesetzter aller Angehörigen der freiwilligen Feuerwehren in seinem Bereich ist er für die Leistungsfähigkeit verantwortlich.

Ihm obliegt auch die Aufsicht über die Ausbildung der Feuerwehrleute und über die Überwachung und Instandhaltung von Feuerwehreinrichtungen. Er kann Beauftragte für Jugendfeuerwehr und andere Fachbereiche berufen.

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