Ein musikalischer Glücksfall

Saarbrücken. Der Cäcilienchor war der erste gemischte Chor, der in der 250 Jahre alten Basilika die Festgottesdienste, Hochzeiten und Taufen musikalisch ausschmückte. "Der Raum lädt ja geradezu zum Musizieren ein", schwärmt Kantor Bernhard Leonardy, verweist auf die Emporen mit ihren Orgeln und die hervorragende Akustik der Basilika

Saarbrücken. Der Cäcilienchor war der erste gemischte Chor, der in der 250 Jahre alten Basilika die Festgottesdienste, Hochzeiten und Taufen musikalisch ausschmückte. "Der Raum lädt ja geradezu zum Musizieren ein", schwärmt Kantor Bernhard Leonardy, verweist auf die Emporen mit ihren Orgeln und die hervorragende Akustik der Basilika.

Als er den Chor vor zwanzig Jahren übernahm, bestand der nur noch aus einem Häuflein unermüdlicher Sangesbegeisterter. Zusammen mit dem damaligen Pfarrer Franz-Josef Biesel leistete Leonardy eine für ihn beglückende und erfolgreiche Aufbauarbeit. Heute gestalten rund sechzig Sängerinnen und Sänger die Festgottesdienste und prägen neben Leonardys Konzertchor, dem "Vokalensemble 83", die herausragende Kirchenmusik in der Basilika. Der Kantor lobt die Professionalität der Chorsänger, auf die absolut Verlass sei: "Die Auftritte, die an die Kirchenfeste gebunden sind, können ja nicht verschoben werden."

Einsatz ist also neben einer guten Stimme gefragt - und wird auch erbracht. "Es ist ein Glücksfall, dass so viele Menschen mitmachen", freut sich Leonardy. Aus der ganzen Umgebung Saarbrückens bis über die Grenze hinaus kommen Chorsänger jeden Donnerstag um 20 Uhr zu den Proben ins Pfarrzentrum der Basilika. Die meisten sind schon jahrelang dabei und verfügen über ein enormes Repertoire, können zum Beispiel alle Mozartmessen vom Blatt singen.

Stammtisch und Fahrten

"Da bleibt dann Raum, an den Details zu feilen", freut sich Leonardy. Trotz aller Professionalität kommt die Geselligkeit nicht zu kurz: Es gibt einen Stammtisch, und jedes Jahr stehen Fahrten und Feste auf dem Programm. Ein Verein, die "Freunde der Kirchenmusik", hilft, das reiche kirchenmusikalische Angebot zu ermöglichen - ein Magnet weit über die Landesgrenzen hinaus. Sogar Besucher aus Luxemburg, der Pfalz und Frankreich kommen zu den Festgottesdiensten in die Basilika, um die besondere Atmosphäre zu erleben: ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Architektur. Sie hörten unter anderem die Beethoven-Messe in C-Dur oder Teile aus Haydns "Schöpfung", seine "Paukenmesse" oder Mozarts "Krönungsmesse". Am 25. Dezember um 10 Uhr wird der Chor der Basilika mit der "Romantischen Weihnachtsmesse" die Herzen der Besucher berühren.

Ostern wird dann die "Missa Solemnis" von Mozart zu hören sein. Bernhard Leonardy lädt ambitionierte Sängerinnen und Sänger ein, einfach reinzuschnuppern und an einer Chorprobe teilzunehmen.

Weitere Auskünfte gibt der Kantor: Tel. (06 81) 9 38 51 67.

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