Ein Kranz für den Burgbrunnen soll Grabungen absichern

Bis die Grabungen am Kirkeler Burgbrunnen weitergehen können, wird es, so die leitende Archäologin Christel Bernard, wohl Juli. Erst erhält der Brunnen jetzt einen Brunnenkranz, der für Sicherheit sorgen soll.

War der Winter der Sichtung der Funde vorbehalten, geht es im Frühjahr wieder weiter mit den Arbeiten auf der Kirkeler Burg. Im Mittelpunkt wird der Brunnen stehen (wir berichteten mehrfach), der noch für einige Spannung sorgen könnte, wie Christel Bernard, die leitende Archäologin des Projekts, gestern im Gespräch mit der SZ ankündigte: "Seit drei Jahren laufen Grabungen am Burgbrunnen, den wir in seiner Ausdehnung lokalisiert haben. Jetzt wird erst ein so genannter Brunnenkranz installiert, also ein Kranz aus Beton, den man später nicht mehr sieht, damit man an dem bis zu 60 Meter tiefen Brunnen sicher arbeiten kann." Wenn der Kranz vermutlich im Juli fertig ist, werden die Grabungen wieder aufgenommen.

Die Archäologin verspricht sich einiges von den Ausgrabungen: "Es ist gut möglich, dass der Brunnen in seinen tiefen Bereichen bis zur Talsohle in 57 bis 61 Metern Tiefe noch im Wasser ist. Da sind im Laufe der Zeit Sachen reingefallen, wie etwa Eimer oder Holz- und Lederreste. Die halten sich dort im feuchten Milieu. Ich schätze schon, dass wir dort tolle Funde machen werden", glaubt Bernard. Allerdings werden nach ihrer Einschätzung bis dahin wohl noch einige Jahre vergehen.

Gemeinsam mit dem Förderekreis Kirkeler Burg, der am kommenden Samstag sein 25-jähriges Bestehen im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel feiert, arbeitet die leitende Archäologin mit einem Team von vier bis zehn Leuten an dem Projekt. "Wenn's im Sommer in die Tiefe geht, können wir noch mit maximal vier Leuten arbeiten." Geld zur Fortsetzung der Grabungsarbeiten kommt aus verschiedenen Quelle: So bezahlen etwa Förderkreis und Gemeinde Kirkel den Brunnenkranz.

Was viele nicht wissen: "Im Winter erfordert die Arbeit das Drei- bis Vierfache an Zeit, als bei der Tätigkeit vor Ort", so Bernard. Im Winter werden etwa die Dokumentation fortgeführt und Funde ausgewertet. "Jede Scherbe wird gekennzeichnet, dass man sehen kann, wo sie hingehört."

Während der Grabungen sei man meistens sonntags zugange mit dem Team, erzählt die Archäologin. "Dann kommen auch oft sehr viele Besucher, es wird natürlich niemand weggeschickt, die interessierten Leute erfahren vor Ort immer, was sie wissen wollen."