Ein Globus für die Landesmutter

Zum fünften Mal hat Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gestern die Karnevalisten empfangen – 400 Narren des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) schunkelten mit ihr.

Mehr Vereine, dafür weniger Karnevalisten begrüßte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gestern vormittag beim traditionellen Neujahrsempfangs des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) in der Saarbrücker Staatskanzlei. 104 der 173 VSK-Mitgliedsvereine waren mit etwa 400 Jecken gekommen und die Landesmutter wurde wie gewohnt mit den Böllerschüssen der Lauterer Kanoniere aus Saarlouis-Fraulautern empfangen. Danach der Austausch von Neujahrswünschen mit dem kurz vor Sessionsbeginn neu gewählten VSK-Präsidium. Begleitet von den obligatorischen, freundschaftlichen Wangenküsschen, bei denen Kramp-Karrenbauer feststellte: "Die Zahl der Bartträger im Präsidium scheint mir deutlich gestiegen zu sein." Den obersten Karnevalisten, VSK-Präsident Klaus-Ludwig Feß vermisste sie aber. "Wie man mir sagte, befindet er sich gerade im Dschungelcamp", verkündete sie wenig später bei der Begrüßung. Dort sei er aber nicht, um demnächst vor laufenden TV-Kameras Kakerlaken und übel riechende Früchte zu verspeisen. Vielmehr befinde er sich auf einer Reise durch Namibia, wie sein Vizepräsident Stefan Regert auf Nachfrage der SZ mitteilte.
Feß im "Dschungelcamp"

Kramp-Karrenbauer betonte dazu: "Er stand da wohl mehr bei seiner Frau im Wort und das sollte man auch halten." Es sei inzwischen ihr fünfter Karnevalisten-Empfang als Ministerpräsidentin und diese Erfahrung habe sie wohl für besondere Aufgaben empfohlen. "Voriges Jahr durfte ich die Queen treffen, dieses Jahr wird es die Königin von Schweden sein", kündigte sie an. Warum? "Die in Berlin suchten wohl jemanden, der Erfahrung mit Prinzenpaaren hat - so wie ich." Über den frisch gebackenen VSK-Ehrenpräsidenten Horst Wagner, nach Achillessehen-Operation im Rollstuhl, scherzte sie: "Im Ruhestand fallen die Blessuren an, daraus lernen wir: Wer kein Ehrenamt übernimmt, schadet seiner Gesundheit." Auch die kurze Session kommentierte sie humorig: "Vermutlich wird man dieses Jahr noch die übrig gebliebenen Zimtwaffeln vom Umzugswagen werfen." Zum Ende ihrer Rede wurde sie aber kurz ernst, es ging um den Terror. Terroristen ginge es darum Freude, Lachen und Lust am Leben zu zerstören: "Die saarländische Faasenacht ist aber dafür bekannt, dass die Karnevalisten fröhlich Feste feiern, sie ist also das Beste war wir tun können, um dem Terror die Stirn zu bieten." VSK-Vize Regert hob hervor, dass Integration und Inklusion im Saar-Karneval groß geschrieben würden. Erste syrische Flüchtlinge hätten sich bereits Karnevalsvereinen angeschlossen. Sein Geschenk für die Landesmutter: Eine bunte gläserne Weltkugel: "Als Zeichen für den Frohsinn rund um den Globus."

Zum Thema:

Auf einen Blick Im Saarland organisieren sich immer mehr Karnevalsvereine im Landesverband. Die Zahl der Mitgliedsvereine sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagte Verbandspräsident Fess dem SR. Inzwischen gehörten dem Verband 173 Vereine an - 14 mehr als noch vor sechs Jahren. Auch die Zahl der Vereinsmitglieder liege derzeit bei rund 34 000. Mehr als 12 000 Mitglieder seien Kinder und Jugendliche. 2016 werden wieder mehr als 90 Fastnachtsumzüge stattfinden, so der VSK-Präsident. red

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