Ein Gefühl wie in einem Schlossgarten

Völklingen hat ein grünes Herz. Vier Parkanlagen – Bürgerpark, Klein'sche Anlage, Ehrenfriedhof und Schillerpark – reihen sich an der Kühlweinstraße aneinander. Heute spazieren wir durch die Klein'sche Anlage.

Direkt vor dem Völklinger Bürgerpark liegt die Klein'sche Anlage, benannt nach dem ehemaligen Ortsvorsteher Jacob Klein. Elegant, schwungvoll und symmetrisch wie bei einem barocken Schloss läuft sie die Kühlweinstraße entlang. Die Anlieger nutzen den schmalen Park, der zum Ehrenfriedhof führt, als Spazierweg. In ihrem Alter sei der Weg hinauf etwas beschwerlich, sagt die 89-jährige Mathilde Scholz, deshalb fahre sie mit dem Bus hoch und spaziere zu Fuß zurück. Etliche Sitzgelegelegenheiten laden zum Verweilen. Allein bei dem von einem Adler gekrönten Kriegerdenkmal aus Kaiserszeiten sind sechs Bänke gruppiert. Das Denkmal weiter oben erinnert an Rodin. Das kommt wohl nicht von ungefähr, denn die Plastik der Künstlerin Inge Andler-Laurentz ist einer Skulptur des jüdischen Künstlers Benno Elkan, der von Rodin beeinflusst war, nachempfunden. Das Original aus dem Jahr 1925 wurde 1935 zerstört. Die Nachschöpfung aus grauem Gußeisen enstand 2009. Rund um den Sockel blühen Stiefmütterchen. Auch die Namenstafeln auf dem Ehrenfriedhof sind von Stiefmüttchen umgeben. Die Blumen ziehen bunte Streifen durch den Rasen. Mitte Mai kommt dann Sommerflor in die Beete. Die Stadtgärtner werden Geranien, Fleißige Lieschen, Schlafblumen, Fuchsien und Petunien rund um die Denkmale setzen. Auf den Ehrenfriedhof kommen Petunien in Rot und Rosa. Oberhalb des Ehrenfriedhofs liegt der Schillerpark, der 1905 im 100. Todesjahr des Dichters eingeweiht wurde. Derzeit ist dort eine Baustelle. Der Weg wird gepflastert. Wir werden ein andermal wiederkommen. Die Wege im Bürgerpark, Klein'sche Anlage, Ehrenfriedhof und Schillerpark liegen eng beisammen und laden zu großen und kleinen Spaziergängen ein. Die Stadt hat ein vierseitiges Faltblatt mit Infos und einem Übersichtsplan herausgegeben. Es ist kostenlos zu haben.

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