Ein Freund der Kultur und des Sports

Trotz vollgepacktem Terminkalender ist er immer auch engagierter Homburger geblieben: Der weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannte Unternehmer Richard Weber feiert runden Geburtstag.

"Ich habe kürzlich beschlossen, 106 Jahre alt zu werden". Dieser natürlich nicht ganz ernst gemeinte Satz stammt von Richard Weber, gesprochen am Rande der Bilanzpressekonferenz von Karlsberg am vergangenen Montag, als er auf seinen runden Geburtstag angesprochen wird. Heute wird der erfolgreiche Homburger Unternehmer gerade einmal 70. Bliebe also bis zum 106. Zeit genug, sein heute schon beachtliches Lebenswerk weiter zu ergänzen.

Richard Weber ist angesehen - weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Aber bei seinem vollgepackten Terminkalender ist er über die Jahrzehnte immer auch engagierter Homburger geblieben. Als Sponsor und Mitglied mehrerer Vereine hat er seine Spuren hinterlassen. So führte er viele Jahre den Verkehrsverein und die Werbegemeinschaft an. Unter seinem Vorsitz bei Ersterem entwickelten sich zum Beispiel die Homburger Meisterkonzerte zu einer überregional beachteten Klassikreihe. Seit den 80-er Jahren gaben sich die Weltstars im Saalbau die Klinke in die Hand. Mit Alexis Weissenberg oder Anne-Sophie Mutter, um nur zwei zu nennen, spielten die Spitzenkönner der Klassik nicht etwa in der Landeshauptstadt, sondern im beschaulichen Homburg. Das war auch möglich durch die finanzielle Unterstützung von Karlsberg. Heute ist alles eine Nummer kleiner, wenngleich vom künstlerischen Anspruch nicht weniger interessant.

"Das ist der Lauf der Zeit. Die Topstars kommen heute nicht mehr in solch kleine Häuser wie den Saalbau", weiß Richard Weber. Er sieht den Kultursektor aber gut aufgestellt. "Ich finde es erfreulich, dass die Stadt jetzt auf den Nachwuchs setzt", zeigt sich das Geburtstagskind vor allem von den Neujahrskonzerten begeistert. "Die Leute der städtischen Kultur-GmbH machen das sehr gut." Dass diese GmbH jetzt in städtischer Hand ist und vom Rathaus aus geführt wird, daran hat der Jubilar erheblichen Anteil, hat er doch frühzeitig erkannt, dass dieser Bereich nicht weiter ehrenamtlich geführt werden kann. Behutsam hat Weber gemeinsam mit der Stadtspitze die Vereine in die neue Gesellschaft überführt. Der Weg sei vorgezeichnet: "Künftig müssen die starken politischen Kräfte, fernab der Parteipolitik, für ein langfristiges Kulturprogramm zuständig sein." Ähnlich sehe es aus im Hinblick auf das historische Erbe auf dem Homburger Karlsberg. Dort sei vieles bereits getan, langfristig sei mit Unterstützung beider Bundesländer noch einiges möglich.

Eines der Lieblingskinder von Richard Weber ist seit jeher der Sport. So agierte er als Vorsitzender des Stadtsportverbandes und kämpfte vor mehr als 20 Jahren für den Bau eines Golfplatzes. Seit dieser Zeit ist er Präsident des Vereins, spielt selbst - wenn es die Zeit zulässt - ein- bis zwei Mal pro Woche. Auch dem FC Homburg sind Weber und die Brauerei weiterhin eng verbunden.

Seine Heimatstadt Homburg sieht Richard Weber mit Blick auf den demographischen Wandel vor großen Herausforderungen stehen. Gerade die Innenstadt müsse mit anderen Konzepten Menschen anlocken.

Weber ist nach wie vor jeden Tag in seinem Büro in der Karlsbergstraße 62 und kümmert sich um "strategische und personelle Fragen". Stolz ist er auf seine Kinder. Sohn Christian ist als Generalbevollmächtigter von Karlsberg inzwischen in seine Fußstapfen getreten "und macht das sehr gut ". Tochter Eva ist erfolgreich im Finanzbereich tätig und zurzeit für die Weltbank in Istanbul.

Lässt er die mehr als drei Jahrzehnten als Gesellschafter bei der Karlsberg-Brauerei Revue passieren, kommt er zu einem Zwischenfazit: "Mein Leben war immer bestimmt von Abhängigkeiten, über alle Dinge des Unternehmens hat die Gesellschafterfamilie gemeinsam entschieden, die mir stets eine große Stütze war. Auch ein Leben ohne Betriebsrat könnte ich mir nicht vorstellen."

Jetzt freut sich das Geburtstagskind erst einmal auf seinen heutigen Ehrentag. Die wichtigste Aufgabe der Menschheit ist. . .

Richard Weber: . . .für Frieden zu sorgen.

Die wichtigste Erfindung war. . .

Weber: . . .das Rad.

Unter den gegenwärtig lebenden Menschen in Deutschland imponiert mir am meisten. . .

Weber: . . .Paul Kirchhof.

Geld ist. . .

Weber: . . .nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.

Glück ist. . .

Weber: . . .eine zerbrechliche Sache.

Ein Kompromiss ist. . .

Weber: . . .Federn lassen für beide.

Beim Thema Sport denke ich. . .

Weber: . . .an Golf.

Meine beste Eigenschaft ist wohl. . .

Weber: . . .anderen Menschen helfen, Erfolg zu haben.

Ärgern kann ich mich über. . .

Weber: . . .wenig.

Ein Glas Wein. . .

Weber: . . .im Übermaß sorgt für Bierdurst.

Wenn man meine Arbeit eines Tages bewerten müsste, wäre es schön, wenn die meisten denken würden. . .

Weber: . . .er hat den Wert des Unternehmens gesteigert und Menschen Beschäftigung gegeben.

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Zur PersonRichard Weber wurde am 27. März 1944 in Zweibrücken geboren. Nach Abitur und Wehrdienst Promotion 1972 zum Dr. rer.oec. 1973/74 tätig in Paris bei BSN (heute Danone). 1974 Eintritt in die Karlsberg-Brauerei, seit 1983 Geschäftsführender Gesellschafter. Seit 1996 Präsident der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes. Von 2002 bis 2008 Präsident des Brauerbundes. Seit 2014 Präsident des europäischen Kammerdachverbandes Eurochambres. Inhaber des Verdienstkreuzes erster Klasse. Vater zweier Kinder: Christian, 35, und Eva, 32. pn