Ein Extraschluck Wasser für die Bäume

Nicht nur Mensch und Tier, sondern auch Pflanzen können unter Hitze leiden. Wer den Saarbrücker Stadtbäumen Gutes tun möchte, spendiert ihnen jetzt Wasser. Die Stadt kommt beim Gießen mittlerweile nicht mehr hinterher.

Die seit Mitte Juni herrschende Hitze und Dürre setzt den Bäumen in der Landeshauptstadt arg zu. Sie müssen Schatten werfen, Feuchtigkeit verdunsten, Temperaturen senken und Luft verbessern - eine "Arbeit", die bei Wasserknappheit in Stress ausartet. Dabei haben die Bäume ja schon mit Abgasen, Bedrängung durch Fahrzeuge, Verschmutzungen und sonstigen "Anfeindungen" genug zu tun. "Die Bäume leiden immens, und wir machen beinahe nichts anderes mehr als wässern", berichtet Carmen Dams, die Leiterin des Saarbrücker Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe. "Wir haben sogar kurzfristig Firmen mit dem Wässern beauftragt, weil wir es nicht mehr schaffen, alle Jungbäume und junge Pflanzungen selbst zu wässern", so die Baumexpertin.

Kann man da was machen? Ja, sagt Carmen Dams: "Es wäre toll, wenn die Saarbrücker ihre Bäume vor dem Haus, insbesondere Jungbäume, wässern könnten. Das würde den Bäumen sehr helfen. Jeder Liter Wasser ist hilfreich. Wir stellen deshalb unsere Wässerung nicht ein, aber ein Zusatzschluck an Wasser für die Jungbäume ist im Sinn einer Lebensversicherung gut angelegt." Das Wasser sollte allerdings sauber sein und keine Chemikalien enthalten, also kein Putzwasser mit Seife oder Reinigungsmitteln über die Baumscheiben kippen!

Stadtbäume werden heutzutage mit viel mehr Aufwand und Verstand in die Erde gebracht als früher. Bei einem Rundgang in Burbach, zu dem die Grünen eingeladen hatten, schilderte Carmen Dams, dass jeder Baum zwölf Quadratmeter Wurzelraum, Belüftungs- und Bewässerungseinrichtungen bekommen solle. Im Gebiet der Saarterrassen , am Burbacher Stern (Verkehrskreisel) und in der neu angelegten Saarburger Straße wurden die Baumstandorte zudem mit blühenden Wildkräutern angesät, um die Insektenvielfalt zu fördern. Es werden auch andere, stadttauglichere Baumarten bevorzugt als vor 30 Jahren.