Ein Chor mit Hang zum Groove

Mit einem Gospel-Workshop fing es an. Heute, 15 Jahre später, singen 40 Aktive im Chor „Johannisfeuer“. Am Sonntag wurde Jubiläum in der rappelvollen Christuskirche gefeiert. Im November ist die Uraufführung eines Gospel-Requiems geplant.

Sein 15-jähriges Bestehen feiert der Chor "Johannisfeuer". Zum Jubiläum ließ das Ensemble am Sonntag in der Christuskirche die Gospelmesse "Enter into his gates" erklingen. In dem randvollen Gotteshaus konnte Christoph Hauschild ein äußerst begeisterungsfähiges Auditorium begrüßen.

Der Chorleiter, der selbst solistisch einige Gesangspassagen übernahm, führte mit Infos zu dem Werk moderierend durch den Abend: So war zu erfahren, dass der nordrhein-westfälische Komponist Helmut Jost in dieser zweiten Gospelmesse "Elemente eines Gottesdienstes" vertonte - und zu jedem einzelnen Satz des in die Kategorie "Kirchliche Popmusik" passenden Opus' hatte Hauschild noch eine ganze Menge Details parat.

Daneben kam die Musizierlaune keineswegs zu kurz: Unter Hauschilds temperamentvollem Dirigat präsentierte sich der mit großer weiblicher Übermacht aufwartende gemischte Chor groove-freudig. Als Verstärkung durfte bei einigen Songs das sorgfältig intonierende Kinderensemble "JohannisBären" an die Mikrofone.

Was den Sanges-Amateuren logischerweise an Routine fehlte, machte eine Begeitcombo aus handverlesenen saarländischen Spitzenjazzern wett: Oliver Maas (Piano), Johannes Schmitz (Gitarre), Jan Östreich (Bass) und Daniel Prätzlich (Schlagzeug) setzten die in mittlerem Tempo gehaltenen Funky-Rhythmen lebendig in Szene. Konzerthöhepunkt wurde eine von "Johannisfeuer" besonders vital als Zugabe interpretierte Kostprobe aus Josts erster Gospelmesse, die der Chor vor anderthalb Jahren an gleicher Stelle aufgeführt hatte.

Entstanden ist "Johannisfeuer" nach zwei Gospelworkshops, zu denen Christoph Hauschild im Frühjahr 2001 geladen hatte. "Anfangs war es ein reiner Gospelchor, der sein Repertoire jedoch immer mehr erweitert hat", erzählte Hauschild im Vorfeld des Jubiläums: "Trotzdem ist es keine klassische Kantorei - man könnte sagen, dass der Chor popularmusikalisch orientiert ist." Neben einem umfangreichen Fundus an Gospel- und Spiritual-Klassikern von "Go down, Moses" bis "We shall overcome" war etwa die Einstudierung des Bonhoeffer-Liedoratoriums von Matthias Nagel anno 2006 ein Glanzlicht im Chorkalender.

Rund 40 Aktive zwischen 18 und 87 Jahren zählt das Ensemble zurzeit, vorwiegend aus dem Raum Saarbrücken ; einige kommen aus Neunkirchen. Konzertreisen führten nach München, Köln, Schleswig-Holstein, Dortmund, Brandenburg und Aachen. Im Jubiläumsjahr will "Johannisfeuer" in der Heimatgemeinde St. Johann mit zahlreichen Auftritten präsent sein - für November kündigt Hauschild die Welt-Uraufführung eines Gospelrequiems an. Chorprobe ist donnerstags um 20 Uhr im Gemeindezentrum Christuskirche (Rotenbühler Weg 64).

Kontakt: hauschild@canticus.de