Ein Besuch mit großen Hindernissen

„Der Wildpark ist von der Inklusion noch weit entfernt,“ formulierte eine Teilnehmerin die Mühen von Rollstuhlfahrern. Dennoch war es für viele eine willkommene Abwechslung.

Zu einer nicht ganz alltäglichen Tour lud die Volkshochschule (VHS) Dudweiler am vergangenen Samstag ein. Es galt, mit dem Rollstuhl den Wildpark in Saarbrücken zu besuchen. Michael Wagner, Leiter der Volkshochschule und selbst Rollstuhlfahrer, führte den Rundgang zusammen mit Fostwirtschaftsmeister Henning Krohne. Und während Wagner einiges zur Geschichte des Wildparks erzählen konnte, er war bis zu seinem Ruhestand vor fünf Jahren selbst dort angestellt, lieferte Krohne Interessantes zu den Tieren.

Doch zuvor musste das erste Hindernis bewältigt werden. Der recht steile Weg vom Parkplatz am Meerwiesertalweg zu den Gehegen ist ohne menschliche Hilfe oder einen Rolli ohne Elektromotor kaum zu schaffen. "Ich wünsche mir schon lange zwei Behindertenparkplätze auf dem Gelände des Wildparks ", erklärte Wagner zu Beginn: "Vielleicht können diese 2017 in den Haushalt der Stadt eingestellt werden." Bis dahin bestehe jedoch die Möglichkeit, sich telefonisch bei den Tierpflegern zu melden. Diese leiten die Besucher dann zu Parkplätzen an den Wirtschaftshäusern des Wildparks . Eine Möglichkeit, die für eine Gruppe von der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft Saarland leider entfiel. Sie war ohne Auto angereist. "Der Weg hoch war hammerhart", berichtete Betreuerin Petra Kuhn. "Der Wildpark ist von der Inklusion noch weit entfernt. Wir wollen mit der Aktion aufzeigen, wo die Schwierigkeiten liegen", erklärte Wagner.

Und schwierig kann es mit einem Rollstuhl bereits werden, wenn es uneben wird oder eine dicke Wurzel aus dem Boden ragt, doch: "Sie sind heute nicht allein." Monika Groß stellte fest: "Mit einem Elektro-Rolli wäre es weniger ein Problem. Man muss eben ausprobieren und abwägen, was geht."

Und so führte die Tour dann am Steinwild vorbei, deren Alter man beispielsweise anhand der Wülste an den Hörnern erkennen kann, wie Krohne erklärte. Auch die Esel wurden besucht und durften gefüttert werden. Allerdings hielten sich die Wildkatzen versteckt, ihnen war wohl das Wetter zu schlecht, denn zwischenzeitlich hatte es begonnen, zu regnen. Was wiederum die Wildschweine wenig störte. Daneben gab es Shetlandponys, Damm- und Rotwild zu sehen. Entlang des Steinlehrpfades ging es dann wieder Richtung Ausgang.

Die Teilnehmer der Tour waren trotz des Regenwetters zufrieden und spendeten Applaus. Für einige war der Ausflug auch eine willkommene Abwechslung: "Wir hatten gestern eine kleine Umfrage unter unseren Bewohner", erklärte Kuhn und: "Im Schnitt waren diese seit 16 Jahren nicht mehr im Wald."