Ein 1:1, das sich wie eine Niederlage anfühlt

Borussia Neunkirchen hat am Sonntag im Saarderby beim 1. FC Saarbrücken II in der Schlussphase zwei Punkte liegen gelassen. Durch einen Handelfmeter kam der FCS spät zum 1:1. Für Borussen-Trainer Dieter Ferner fühlte sich das „wie eine Niederlage“ an.

Für Fußball-Gourmets war die Oberliga-Kost, die den 450 Zuschauern am Sonntagnachmittag im FC-Sportfeld in Saarbrücken angeboten wurde, wahrlich kein Leckerbissen. Das Saarderby zwischen dem 1. FC Saarbrücken II und Borussia Neunkirchen verlief einseitig und überraschte am Ende mit einem für die Gastgeber glücklichen Ergebnis: 1:1 hieß es am Ende. "Aufgrund des Spielverlaufs bin ich mit dem Ergebnis natürlich unzufrieden. Mit diesem Unentschieden kommen wir in der Tabelle nicht weiter", ärgerte sich Borussen-Trainer Dieter Ferner und meinte: "Für mich fühlt sich das an wie eine Niederlage."

Abdul Kizmaz brachte die dominante Borussia nach 29 Minuten mit einem Distanzschuss nach einem abgewehrten Freistoß in den Winkel in Führung. Auch danach bestimmte Neunkirchen weiter das Geschehen, versäumte es aber nicht zum ersten Mal in dieser Saison, ein zweites Tor nachzulegen. "Ich hatte schon fast geahnt, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen werden", sagte Borussias Kapitän Benny Früh, der wegen eines im Abschlusstraining erlittenen Sehnen-Anrisses in der Leiste nur zuschauen konnte. Und seine Ahnung wurde wahr.

Ein zwar etwas umstrittener, aber wohl korrekter Pfiff des Schiedsrichters verschaffte dem eigentlich chancenlosen FCS in der 89. Minute die ultimative Möglichkeit für den Ausgleich. Aus kurzer Distanz landete ein Flankenversuch des zuvor eingewechselten Saarbrückers Giuseppe Simonetta an der Hand von Früh-Vertreter Emir Ljubijankic - Elfmeter. Andreas Koch verwandelte souverän.

"Ich denke nicht, dass der Punktgewinn glücklich war. Den haben wir uns erarbeitet", meinte FCS-Spieler Roman Hanschitz, mit Kapitän Julian Fricker bester Saarbrücker, nach dem Spiel: "Wir pfeifen im Moment personell halt aus dem letzten Loch. Die einzige Position, auf der wir ein Luxusproblem haben, ist die im Tor." Das Lob des Defensivspezialisten verdienten sich Michel Gadomsky, der zunächst Stammtorwart Michael Klink vertrat, und Jugendspieler Robin Scheid, der in der Halbzeit für Gadomsky eingewechselt wurde, weil diesem schwindelig wurde.

"Für uns wird die Saison knallhart und es geht ums nackte Überleben", sagte FCS-Trainer Bernd Eichmann und erklärt für die Fußball-Gourmets, die am Sonntag nicht auf ihre Kosten kamen: "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen."